Wunsch-Quartett mit schnellen Beinen
  29.07.2015 •     Pressemitteilung

Leichtathletik: Die Sindelfinger Herbert Bohr und Bernd Koschka haben ihre ganz persönliche 4x400-Meter-Staffel aufgestellt

Die perfekte Staffel über die leichtathletische 4x400-Meter-Distanz: Wer würde sie wohl laufen können? Wer den Staffelstab so schnell und sicher wie möglich ins Ziel bringen mit dem nötigen Kampfgeist, der nötigen Leidenschaft?

Diese Frage haben sich Herbert Bohr, einst Organisator der Internationalen Hallensportfeste (IHS) im Sindelfinger Glaspalast und Kopf der Freunde der Sindelfinger Leichtathletik, und Bernd Koschka, Koordinator der aktuellen Sindelfinger Viertelmeiler-Staffel, durch den Kopf gehen lassen. Und die Antwort den Anhängern der Sindelfinger Leichtathletik sowie den aktuell besten Athleten präsentiert. Traditionell treffen sich die Blau-Weißen einmal im Jahr zwischen dem ersten und dem zweiten Wettkampftag der deutschen Leichtathletikmeisterschaften zum gemeinsamen Abendessen.

Am Samstagabend mischten sich in Nürnberg auch die vier ausgewählten 400- Meter-Legenden unter die Sindelfinger. Als Startläufer gesetzt: Gert Benz, „der beste Startläufer, den der VfL Sindelfingen je hatte“, so Bernd Koschka. Benz soll das Staffelholz fast immer als Erster übergeben haben und holte mit der Staffel sage und schreibe drei deutsche Meistertitel. „Als Startläufer trifft man die Vorentscheidung über Sieg oder Niederlage. Für mich war der Staffellauf immer der Höhepunkt der Meisterschaften, da war immer viel Nervosität im Spiel“, so Gert Benz, dessen Bestleistung über die Stadionrunde bei 47,00 Sekunden steht.

Auf Position zwei wird Thomas Schönlebe gewünscht. Er lief 1987 bei den Weltmeisterschaften in Rom zum Weltmeistertitel und stellte mit 44,33 Sekunden einen Europarekord auf, der noch immer Bestand hat. Beim IHS im Glaspalast sprintete er ein Jahr später zum Hallenweltrekord. „Es war mein erster Weltrekord als Meetingdirektor. Man wünscht sich so etwas immer und dann passiert es endlich. Das war für mich sehr emotional“, so Herbert Bohr.

Auch Schönlebe erinnert sich noch gerne an den Hallenweltrekord von 45,05 Sekunden, der jetzt immerhin noch Europarekord ist. „Das war mein schönstes Hallenerlebnis.“ Drei Mal nahm der Langsprinter außerdem an Olympischen Spielen teil, Edelmetall blieb ihm hier allerdings verwehrt.

Für die dritte Position ist Hartmut Weber der Wunschkandidat. Auch er stellte einen Hallenweltrekord auf. Das war 1981 bei den deutschen Hallenmeisterschaften im Glaspalast, gebrochen wurde er dann sieben Jahre später von Thomas Schönlebe, deswegen sind die beiden den Sindelfingern noch in guter Erinnerung. Weber kann über die 400 Meter und mit der Staffel außerdem von zwei Europameistertiteln erzählen. Damals 1982 in Athen stellte er auch seine persönliche Bestzeit von 44,72 Sekunden auf. „Was mir aber fehlt ist eine Olympiateilnahme. Ich war zwei Mal qualifiziert, bei den Olympischen Spielen 1980 wurde aber boykottiert, vier Jahre später war ich dann verletzt“, so Weber.

Auf Position vier gesetzt ist Jörg Vaihinger, „der beste Schlussläufer, den der VfL je hatte“. Vaihinger nahm drei Mal an den Olympischen Spielen teil und hat eine Bestzeit von 45,52 Sekunden vorzuweisen. 1988 in Seoul lief er mit der 4x400-Meter-Staffel zur Bronzemedaille in 3:00,66 Minuten.

Filmauschnitte belegten am Samstagabend die umjubelten Erfolge der vier ehrgeizigen Läufer. Nach dieser Reise durch die Vergangenheit folgt der Clou. Zusammengerechnet ergeben die Bestzeiten der 400-Meter-Läufer eine Staffelzeit von 3:01,17 Sekunden. „Und dann muss man noch etwas abziehen, weil man bei den 400 Metern ja fliegend anläuft. Eine Medaille bei Olympia wäre drin“, sagt Bernd Koschka mit einem Augenzwinkern. Der schnellsten 4x400-Meter-Staffel der deutschen Meisterschaften 2015 in Nürnberg wäre das von den Sindelfingern ausgewählte Quartett aber allemal davon gelaufen: Der siegreiche Sportclub Magdeburg kam nach 3:09,65 Minuten ins Ziel.

erstellt von szbz.de