Vom Turnen zum Stabhochsprung
  02.01.2016 •     Pressemitteilung

Leichtathletik: Die 24-jährige Marie-Sophie Hindermann will beim VfL Sindelfingen ihre zweite Karriere in Schwung bringen

Von der erfolgreichen Turnerkarriere hin zu neuen Herausforderungen: Marie-Sophie Hindermann hat vor gut drei Jahren diesen Schritt gewagt und sich im Stabhochsprung versucht. Nun startet die Olympiateilnehmerin im Turnen für die Leichtathleten des VfL Sindelfingen.

 

Im Jahr 2012 war es, als Hindermann zum ersten Mal einen Stabhochsprung-Stab in die Hand genommen hat, die Faszination für die leichtathletische Disziplin begann aber schon viel früher. „Der kürzeste Weg von der Turnhalle hin zu den Physiotherapeuten führte immer direkt an der Stabhochsprungmatte vorbei und ich habe immer gerne zugeschaut“, sagt die 24-Jährige, die im Kunst-Turn-Forum des Olympiastützpunkts Stuttgarts turnte.

Im Alter von vier Jahren begann Marie-Sophie Hindermann mit dem Turnen. Langsam steigerte sie ihr Training, schon mit elf Jahren waren es häufig zwei Trainingseinheiten pro Tag. Früh folgten die ersten Erfolge. Besonders gern erinnert sich Marie-Sophie Hindermann an ihren fünften Platz bei den Weltmeisterschaften 2007 in Stuttgart oder ihre Olympiateilnahme im Alter von siebzehn Jahren zurück. In Peking war sie damals Mitglied des deutschen Turnteams.

Doch irgendwann sah sich die Vollblut-Sportlerin an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. „Ich habe gemerkt, dass ich meine Möglichkeiten im Turnen voll ausgeschöpft habe. Ich habe gesehen: Ich bin an einen Punkt gekommen, an dem es nicht mehr besser wird. Und das kann im Turnen auch schon mit 21 Jahren der Fall sein“, sagt Hindermann.

Der Abschied fiel weniger schwer, zum einen, weil die Athletin noch einige Jahre im Bundesliga-Team mitturnte, zum anderen, weil sie schon längst eine neue Herausforderung gefunden hatte. „Ich wollte etwas Neues ausprobieren. Die Stabhochspringer am Olympiastützpunkt haben mir gut zugesprochen und mich super aufgenommen.“ Schon nach einigen Trainingseinheiten stellten sich erste Erfolge ein und Hindermann setzte sich ambitionierte Ziele. Sie will es ein zweites Mal zu den Olympischen Spielen schaffen, in ihrer zweiten Karriere als Stabhochspringerin. „Wenn man einmal bei Olympia war, hat man natürlich den Traum wieder teilzunehmen“, sagt Hindermann, die an der Universität Tübingen Humanmedizin studiert, nun lachend.

Gleich in den ersten Wettkämpfen 2013 konnte die damalige Athletin der LAV Tübingen jubeln. Sie schraubte ihre Bestleistung auf starke 4,10 Meter. Eine bemerkenswerte Höhe für eine Quereinsteigerin. Seitdem ist sie zwar mehrfach ebenso hoch geflogen, eine Steigerung gelang in den folgenden Jahren aber nicht.

„Im vergangenen Jahr hatte ich eine Verletzung im Sprunggelenk und habe nur im Sommer noch einige Wettkämpfe gemacht. Mein Körper hat nun mal all die Jahre im Leistungssport durchgemacht, ich muss aufpassen“, sagt Marie-Sophie Hindermann.

Inzwischen ist die 24-Jährige in ihrer Zielsetzung für das kommende Jahr etwas zurückhaltender. Deswegen ist ihr größtes Ziel nun ein verletzungsfreies Aufbautraining. Bis jetzt ist Hindermann auf einem guten Weg, schon in diesem Winter will sie sich, dann im Trikot der Blau-Weißen, wieder über die vier Meter schwingen. Intensiv arbeitet die spät berufene Leichtathletin gerade am läuferischen Teil, um noch höher hinauszukommen. Hier hat sie die größten Defizite aufzuholen.

„Zum Glück ist die Bewegung am Stab turnerisch geprägt, mir fehlt aber gerade das Bewegungsgefühl im Anlauf mit dem Stab, deswegen springe ich auch noch so unkonstant.“

Ihren Sportarten-Wechsel hat sich Marie-Sophie Hindermann „irgendwie einfacher“ vorgestellt. Doch spätestens mit ihren hohen Sprüngen über die 4-Meter-Marke ist die 24-Jährige zu einer erfolgreichen Stabhochspringerin geworden. „Im Herzen bleibe ich aber immer Turnerin, ich bin auch die Einzige, die bei einem Wettkampf mit einer Glitzerhose herumläuft“, sagt Hindermann.

erstellt von szbz.de