VfL-Trainer Späth: mit Nadine Hildebrand nach Moskau
  03.08.2013 •     Pressemitteilung

Nadine Hildebrand kann sich jetzt sicher sein: Sie hat es geschafft. Am Dienstag hat der deutsche Leichtathletikverband sein Team für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau bekannt gegeben. Mit dabei, die Sindelfinger Hürdensprinterin, die am Freitag den 16. August beim Vorlauf über die 100-Meter-Hürdenstrecke ihren ersten Einsatz in der russischen Hauptstadt hat.

Die SZ/BZ hat mit Nadine Hildebrands Trainer Werner Späth, der ebenfalls nach Moskau reisen wird, über ungünstiges Wetter, einen schwierigen Saisonbeginn und die schriftlich fixierte Zielsetzung für Moskau gesprochen.

Nadine Hildebrand hat das Ticket für die Leichtathletik-WM in Moskau in der Tasche. Hatten Sie das vor der Saison erwartet?

Werner Späth: ?Besser konnte es in dieser Saison fast nicht laufen. Nadine hat schon vor den Deutschen mit Bestleistung die Norm unterboten und konnte ohne Druck antreten. Wir fixieren ja vor der Saison unsere Zielsetzung schriftlich, das machen wir immer so und in diesem Jahr stand drauf: Unter den ersten Drei bei den deutschen Hallenmeisterschaften landen, zwei Mal unter der Norm für Moskau laufen, mindestens Zweite bei den deutschen Freiluftmeisterschaften werden und sich für die WM qualifizieren. Das hat alles geklappt.?

Auch wenn sich Nadine Hildebrand in den ersten Wettkämpfen zu Saisonbeginn noch die Zähne an der Norm ausgebissen hat...

Werner Späth: ?Ursprünglich wollten wir nicht so viele Wettkämpfe machen, aber das Wetter war immer schlecht und hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Sie kann ihre gute Form sehr lange halten

Und eigentlich sollte Nadine ja viel früher in Form kommen, doch dann war es draußen immer kalt, der Glaspalast war zu und in die Molly-Schauffele-Halle in Stuttgart konnten wir wegen der Umbauarbeiten auch nicht. Aber letztendlich kann man nicht sagen, ob das alles jetzt gut oder schlecht war. Vielleicht hätte sie noch schneller laufen können, vielleicht wäre sie aber dann auch zu früh in Form gewesen.?

Nach ihrem Sieg bei den deutschen Meisterschaften ist Nadine Hildebrand beim Meeting in Luzern mit ihren 13,14 Sekunden deutlich langsamer gewesen. Wird sie nach den vielen Wettkämpfen Probleme haben, ihre Form zu halten?

Werner Späth: ?Das Meeting in Luzern war ein Weltklasse-Meeting, doch dort waren komischerweise alle Zeiten nicht wirklich gut. Bei Nadine war nach den deutschen Meisterschaften die Luft draußen. Wir haben dann eine Woche fast nichts gemacht, Spannung aufzubauen geht nicht von heute auf morgen. In Luzern sollte Nadine gegen stärkere Athletinnen laufen, damit sie das für Moskau lernt. Sie weiß, dass sie es kann. Und bei Nadine ist es gerade das Besondere, das sie ihre gute Form sehr lange halten kann.?

Nachdem die WM-Teilnahme jetzt in trockenen Tüchern ist: Wie sieht die Planung bis zum Start in Moskau aus?

Werner Späth: ?Wir trainieren sehr intensiv. Am Wochenende ist Nadine kurzfristig in das Teilnehmerfeld für das Diamond Meeting in London gerutscht, dort ist sie in 13,10 Sekunden Sechste geworden. Den Wettkampf hat sie aber aus vollem Training absolviert. Am Freitag kommt dann der letzte Wettkampf vor Moskau. Nadine startet bei der WM-Verabschiedung in Weinheim und will da noch einmal schnell laufen.?

Nun fehlt aber noch ein letztes Saisonziel. Was steht für die Weltmeisterschaften in Moskau auf der Liste?

Werner Späth: ?Zu Saisonbeginn haben wir gesagt: Eine Runde weiter, das ist das Ziel. In Moskau kommt es jetzt darauf an, ob es zwei oder drei Halbfinals geben wird. Wenn es zwei gibt, können sich nur 16 Athletinnen qualifizieren und Nadine liegt in der Welt gerade auf Platz 25, das wird dann sehr schwer. Deswegen hoffe ich, dass es drei Halbfinals gibt, dann kann sie weiterkommen. Aber wichtig ist, dass sie ihre guten Leistungen noch mal wiederholt. Wenn Nadine in Moskau gut läuft und zufrieden und glücklich ist, dann passt es. Sie soll Erfahrung sammeln. Nächstes Jahr wird es bei den Europameisterschaften interessant.?