VfL-Rumpfteam hofft auf einen Sahnetag
  20.02.2015 •     Pressemitteilung

Leichtathletik: Der VfL Sindelfingen fährt mit einer dezimierten Mannschaft zu den deutschen Meisterschaften nach Karlsruhe und hat nur einen heißen Medaillenkandidaten

Der einzige Sindelfinger Medaillenkandidat ist somit Tobias Dahm. Der Kugelstoßer des VfL Sindelfingen hat früh in der Saison die Norm für die Hallen-Europameisterschaften geknackt und zeigte im Folgenden drei sehr konstante Wettkämpfe, alle aber ohne Ausreißer jenseits der Marke von 19,50 Metern. Zuletzt klappte es bei Dahm aber nicht mehr so recht mit den weiten Stößen.

Bei den süddeutschen Meisterschaften siegte der Sindelfinger zwar, konnte allerdings nicht die 19-Meter-Marke übertreffen. Nun kann das auch daran liegen, dass sich der Kugelstoßer intensiv auf die Meisterschaften vorbereitet hat und lediglich etwas Wettkampfpraxis sammeln wollte. Denn ohne Frage: Die nationalen Meisterschaften nehmen für Dahm den höchsten Stellenwert ein. Es geht um seinen ersten Start im Nationaltrikot.

Um für die Halleneuropameisterschaften in Prag nominiert zu werden, muss der Sindelfinger auf einem Medaillenrang landen und somit zu den besten drei Deutschen zählen. Eigentlich kein Problem, dürfte man meinen, schließlich steht Tobias Dahm bislang an der zweiten Stelle der deutschen Bestenliste, nur Christian Jagusch war in diesem Jahr schon besser.

Doch bei den deutschen Meisterschaften wird ein ganz besonderer Kugelstoßer in die Hallensaison einsteigen. David Storl hat aufgrund einer Knieoperation noch keinen Hallenwettkampf absolviert, beherrscht aber im Normalfall die deutsche Kugelstoß-elite spielend. Bliebe also immerhin die Medaillenchance für Dahm, der aber aufpassen muss, denn es stehen noch weitere starke deutsche Kugelstoßer in den Startlöchern und liebäugeln mit einer Medaille. Allen voran Dennis Lewke, der in dieser Saison immerhin schon die 19-Meter-Marke geknackt hat.

Bei den deutschen Meisterschaften geht es für Tobias Dahm also um alles. „Ich habe mir vorgenommen mich gut zu präsentieren, fitter in den Wettkampf zu gehen und mich nicht über andere Sachen aufzuregen“, sagt Dahm. Ebenfalls im Kugelstoßen mit dabei ist Artur Hoppe, der allerdings seinen Schwerpunkt auf die Freiluftsaison legt und deswegen noch viel Luft nach oben hat.

Auf einer guten Ausgangsposition im nationalen Feld befindet sich außerdem Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer, auch sie startete furios in die Hallensaison, auch sie stagnierte und verschlechterte sich in den letzten Wettkämpfen. Seit einigen Wochen ist bei Lindenmayer der Wurm drin. Das weiß auch Trainer Werner Späth, mit dem Finden einer Lösung tun sich aber beide schwer. Bei den deutschen Meisterschaften könnte der Knoten aber platzen. Mit ihrer aktuellen Hallenbestleistung befindet sich Lindenmayer auf Platz vier der Bestenliste. Ein Endlaufplatz ist also auf jeden Fall in Reichweite. „Das Training läuft gut! Für die Deutschen habe ich mir natürlich den Endlauf vorgenommen und ich möchte an meine Leistung vom Meeting anknüpfen, was mir hoffentlich gelingt“, sagt Lindenmayer.

Auch Patrick Oehler hat vorgelegt: Er war über die 800-Meter-Strecke erneut in Wien schnell unterwegs und steht hinter Robin Schembera auf Platz zwei der deutschen Bestenliste. Dass Meisterschaftsrennen aber immer etwas anders ablaufen als Temporennen, davon kann Patrick Oehler ein Lied singen. Deswegen geht es für ihn erst einmal darum, am Samstag den Vorlauf zu überstehen. Am Sonntagmittag geht es dann im Finale um die Medaillen und vielleicht kann hier Patrick Oehler in einem engen Feld auch ein Wörtchen mitreden.

Ein riesiges Feld gibt es im 60-Meter-Lauf der Männer. 35 Sprinter treten hier an. Mittendrin: Johannes Wiesner und John Henry Tate. Wiesner gehört noch der Juniorenklasse an, hat seine Bestzeit bei den süddeutschen Meisterschaften aber auf 6,85 Sekunden geschraubt. „Mein Ziel ist es, eine Bestleistung zu laufen. Vielleicht sogar unter 6,80 Sekunden“, sagt Wiesner. Tate war im Winter schon 6,92 Sekunden schnell und freut sich gesund bei den nationalen Meisterschaften antreten zu können.

Für eine große Überraschung sorgte Nik-las Rippon. Der US-Amerikaner mit deutscher Staatsbürgerschaft hatte sich zum Ziel gesetzt einmal an deutschen Meisterschaften teilzunehmen. Beim Sindelfinger Hallenmeeting qualifizierte er sich auf Anhieb. Nun startet die Wundertüte auch in Karlsruhe im Sindelfinger Vereinstrikot.

In Karlsruhe fehlen dafür andere Leistungsträger. Die Liste ist lang: Hürdensprinterin Nadine Hildebrand hat eine Knieoperation vornehmen lassen, der Stabhochspringer hat Rückenbeschwerden, Joana Kraft zog sich eine Verletzung am Schlüsselbein zu, Martina Schultze hat Fußprobleme und musste die Hallensaison absagen.

erstellt von szbz.de