Unter den Spikes schmilzt der Boden
  07.07.2015 •     Pressemitteilung

An Tag zwei der süddeutschen Meisterschaften in Kaiserslautern war die Hitze nicht minder groß, Medaillen wurden von den Athleten des VfL Sindelfingen trotz allem zahlreich gesammelt. Die Goldmedaille im Kugelstoßen der Männer von Tobias Dahm kam unter besonderen Umständen zustande.

Der Zwei-Meter-Mann hatte eigentlich nach Meldeliste mit acht Gegnern gerechnet. Am Sonntag kam dann ein einziger. Schnell einigte man sich auf einen früheren Wettkampfbeginn, der Wettbewerb an sich dauerte rund 20 Minuten, dann war die Vorstellung auch schon wieder vorbei. Die 20 Minuten hatten es aber in sich. Tobias Dahm wurde bei 38 Grad Lufttemperatur gefordert, war doch die Pause zwischen den Stößen recht gering. Beeindruckend war die Serie, die Dahm ablieferte. Jeder gültige Stoß über die 19-Meter-Marke, jede Menge guter Versuche. Doch der weiteste Stoß wurde bei 19,67 Metern gemessen. Wie schon so oft eine Weite innerhalb Dahms scheinbar angestammten 30-Zentimeter-Radius, den er in kaum einem Wettkampf unterbietet, noch nie aber übertroffen hat. Es fehlt weiterhin der Ausrutscher nach oben, die Konstanz bei Wettkämpfen imponiert aber.

* * *

Über die Goldmedaille im Diskuswurf konnte sich Michael Salzer nicht so recht freuen. Er überbot zwar die Norm für die deutschen Meisterschaften in Nürnberg, ist aber noch lange nicht bei seiner alten Form. Aber es geht aufwärts für den Sindelfinger, der viele Monate an seiner Rückenverletzung laborierte.

* * *

Überlegen waren die Goldmedaillengewinner mit der 3x1000-Meter-Staffel. Joachim Kraut schuf ein gutes Polster, den Vorsprung bauten Bastian Franz und Patrick Oehler weiter aus – und das bei glühender Hitze.

* * *

Glühend heiß war es auch am Samstag, etwa beim Speerwurfwettkampf von Peter Esenwein. Das bekam auch die Kunststoffbahn im Stadion zu spüren. Nachdem die Wettbewerbe der Männer und der Frauen ausgetragen worden waren, sah die Anlage nicht mehr aus wie zuvor. Der Belag nahe des Abwurfs war angeschmolzen und von den vielen Werfern regelrecht durchfurcht worden. Probleme hatten auch einige Sportler mit ihren Spikes, die heißen Temperaturen brachten die weichen Sohlen teilweise zum Schmelzen, der ein oder andere Schuh musste dran glauben.

* * *

Schnell unterwegs waren gleich zwei Sindelfinger im Sprint-Finale der Männer. Romed Guischard landete mit 10,77 Sekunden auf Platz sechs, knapp dahinter folgte Patrick Saile mit einer Bestleistung von 10,84 Sekunden und Platz sieben.

* * *

Der einzige Jugendliche in der Sindelfinger Mannschaft, Alecsandar Gacic, war im Hürdenvorlauf schnell unterwegs und schaffte die Qualifikation für das Finale über die 110-Meter-Hürdenstrecke. Da kam er dann als Fünfter ins Ziel. Wenig später wurde Gacic aber als Zweitplatzierter aufs Siegerpodest gerufen. Das Erstaunen war groß und klärte sich erst nach Gacics Einwänden. Im Hürdenfinale war die Zeitmessung ausgefallen. Die Bahnverteilung wurde als Vorlage für die Wertung genommen. So wurde Gacic, der auf Bahn zwei gestartet war als Zweiter ausgerufen.

* * *

Einen guten fünften Platz gab es über die 400-Meter-Strecke für Alexander Schif. Er war 49,07 Sekunden schnell. Nur wenig später musste der Sindelfinger erneut auf die Bahn. Die 4x400-Meter-Staffel stand an und so musste Schif nach seinem anstrengenden Rennen zur zweiten Runde antreten. Belohnt wurde er aber mit einer Medaille. Gemeinsam mit Yannik Frers, Christoph Ewinger und Patrick Oehler produzierte Schif eine starke Zeit. Das Quartett rannte um die Medaillen mit, ganz oben aufs Treppchen schafften sie es aber nicht. Denn die Saarbrücker Staffel hatte als Schlussmann ihren Schnellsten aufgestellt, der Sindelfinger Schlussläufer Patrick Oehler wurde regelrecht überstürmt und musste sich mit Platz zwei zufrieden geben. Staffelsilber hatten sich die Sindelfinger mit ihrer starken Zeit von 3:16,20 Minuten aber redlich verdient.

erstellt von szbz.de