Tobias Dahm hofft auf EM-Premiere
  23.01.2015 •     Pressemitteilung

Leichtathletik: Der Sindelfinger Kugelstoßer knackt beim Meeting in Sassnitz die Qualifikationsnorm, doch sein Start in Prag ist nicht sicher

Nach einem guten Saisoneinstieg in Gammertingen war es erst der zweite Wettkampf für Dahm in diesem Jahr. In der stimmungsvollen Sassnitzer Halle war gleich zum Beginn des Männerwettkampfes die Halle gut gefüllt, zahlreiche Zuschauer sorgten für Stimmung. Mit seinem ersten Versuch trug Tobias Dahm einiges zur guten Laune der Gäste bei.

Der Athlet des VfL Sindelfingen hatte sich intensiv auf das Meeting auf der Ostseeinsel Rügen vorbereitet. Die Stöße vom letzten Wettkampf in Gammertingen wurden mithilfe einer Videoanalyse haarklein auseinandergenommen, schließlich wollte Dahm, gemeinsam mit Trainer Peter Salzer möglichst viele technische Fehler ausmerzen.

Dafür verbrachte der Kugelstoßer eine knappe Woche im Trainingslager im Werfermekka Kienbaum und konnte sich komplett auf die Trainingseinheiten konzentrieren. „Wir haben Videos angeschaut, meinen Wettkampf genau analysiert und dann alles im Training umgesetzt“, sagt Tobias Dahm.

Auch seine Nacken und Rückenprobleme ließ er von Physiotherapeuten vor Ort behandeln. „Die Probleme sind zwar nicht weg, aber spürbar besser geworden. In den Wettkämpfen schaffe ich es aber sowieso ganz gut, so etwas auszublenden.“

Voll fokussiert ging Tobias Dahm dann auch seinen ersten Versuch in Sassnitz an. Und knackte auf Anhieb die Norm für die Hallen-Europameisterschaften. „Mein Plan war tatsächlich, dass ich alles in den ersten Stoß lege“, sagt Dahm. Und der flog dann auch so weit wie noch nie unter dem Hallendach. Erst bei 19,76 Metern landete die 7,26-Kilogramm-Kugel, ein starker Stoß und Hallen-Bestleistung für Dahm, der mit der technischen Umsetzung allerdings noch lange nicht zufrieden war.

„Der Stoß war nicht perfekt. Mein linkes Knie ist auch im ersten Versuch zu langsam zum Balken gegangen. Ich habe meinen Fehler zwar etwas verbessert, es braucht aber seine Zeit, bis ich ihn ausgemerzt habe“, so der Sindelfinger.

Über sein Ergebnis konnte Tobias Dahm aber strahlen, schließlich hat er schon zu Beginn der Saison sein großes Ziel erreicht: „Die Norm zu Stoßen war mein erstes Ziel, ich hätte aber nie gedacht, dass ich das schon so früh schaffe.“

Jetzt will der Sindelfinger aber vor allem eins: Auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Schließlich bedeutet eine erfüllte Norm noch lange keine Teilnahme bei den Europameisterschaften in Prag. Der Deutsche Leichtathletik-Verband darf nur drei Athleten nach Tschechien schicken, Tobias Dahm und Christian Jagusch haben bereits die geforderte Qualifikationsweite übertroffen, nun bleibt abzuwarten, wie vielen Athleten das noch gelingt.

„Ich weiß noch nicht, für was meine Leistung reicht und ob mehr als Drei die Norm stoßen, das wird spannend“, sagt Dahm. Für den 27-Jährigen wäre es indes die erste internationale Meisterschaft, bislang wurde er im Nationaltrikot lediglich bei Ländervergleichen oder der Winterwurf-Challenge eingesetzt.

Und damit es auf jeden Fall klappt mit den Meisterschaften in Prag will der Neuhengstetter weiter dranbleiben. Nach Platz zwei in Sassnitz hinter Christian Jagusch, der 19,87 Meter weit stieß, soll das nächste Etappenziel nämlich ein Stoß über die 20-Meter-Marke sein.

Die erste Gelegenheit hierfür: Die baden-württembergischen Meisterschaften im Sindelfinger Glaspalast. Seinen Heimvorteil will der VfL-Athlet ausnutzen und zählt auf lautstarke Unterstützung. „Ich hoffe natürlich, dass es bei mir so gut weitergeht. Auch in Sindelfingen will ich voll draufgehen und schauen, wie weit die Kugel fliegt.“

erstellt von szbz.de