Stephanie Kampf ist wieder da
  31.10.2015 •     Pressemitteilung

Der VfL Sindelfingen bekommt prominenten Trainer-Nachwuchs: Nach langen Jahren der Leichtathletik- Abstinenz hat sich die ehemalige VfL-Top-Athletin Stephanie Kampf zu einer Rückkehr entschieden.

Dass sich dieses Trainer-Duo versteht, sieht man auf den ersten Blick: Gemeinsam werden die Athleten beim Sprinttraining korrigiert, bei intensivem Techniktraining der Einzel-Disziplinen herrscht auch zeitweise Aufgabenteilung. Seit Anfang Oktober ist Stephanie Kampf ins Trainergeschäft eingestiegen. Seite an Seite mit dem erfahrenen Sprinttrainer Sebastian Marcard steht sie nun auf der Rundbahn des Floschenstadions.

Gemeinsam betreuen die beiden das große Sindelfinger Sprintteam, das zuletzt durch weitere Neuzugänge sogar noch gewachsen ist.

Im Jahr 2005 beendete Stephanie Kampf im Alter von 27 Jahren ihre erfolgreiche Leichtathletik-Karriere. Die 400-Meter-Hürden-Läuferin war mehrfach Deutsche Meisterin, ihren ersten Meistertitel sicherte sie sich im Jahr 1995 in der Jugendklasse. 2003 folgte dann der erste Titel bei den Aktiven, im selben Jahr kam es zu einem weiteren Karriere-Highlight: die Teilnahme bei den Weltmeisterschaften in Paris und ein hervorragender neunter Platz.

Im Jahr darauf qualifizierte sich die Athletin von Werner Späth für die Olympischen Spiele in Athen, reiste in die griechische Hauptstadt, musste ihren Vorlauf-Start aber nach einer Verletzung erst vom Aufwärmplatz aus absagen. Immer noch Bestand hat Kampfs Stadionrekord über die 300-Meter-Hürden in Pliezhausen.

Nach allen Erfolgen wurde es ruhig um Stephanie Kampf. Sie hielt Abstand zur Leichtathletik. „Ich wollte keine regelmäßigen Termine unter der Woche wie Training, keine Verpflichtung am Wochenende wie Lehrgänge oder Wettkämpfe. Ich habe das Leben nach der Leichtathletik genossen und mich auf meine berufliche Weiterentwicklung fokussiert“, sagt Kampf, die im Vertriebscontrolling arbeitet und selbst noch regelmäßig Sport treibt.

Seit etwa drei Jahren kreisen Kampfs Gedanken aber immer öfter um die alten Zeiten beim VfL Sindelfingen. „Überlegungen kamen dann in mir auf, doch wieder in die Leichtathletik einzusteigen. Gerade als Ausgleich zur Arbeit. Außerdem wollte ich mein Wissen als ehemalige Athletin gerne weitergeben.“

Vorerst versucht sich die ehemalige Langhürden-Sprinterin als Co-Trainerin, lernt viel von Sprinttrainer Marcard und kann viele praktische Erfahrungen einbringen. „Wir ergänzen uns super. Er ist der große Theoretiker mit einem unheimlichen Fachwissen, ich habe die Trainings- und Wettkampferfahrungen alle schon selbst gemacht und bin sozusagen für die Praxis zuständig.“

An zwei Trainingseinheiten in der Woche wirkt Kampf mit, will ihr Engagement in Hinblick auf die Sommersaison noch weiter ausbauen. „Ich möchte erst mal in der Trainingsgruppe von Sebastian Marcard ankommen und mit ihm zusammen die neue Saison beginnen. Ich gebe mir quasi selbst ein Jahr Probezeit, in dem ich sehen will, ob ich als Trainerin geeignet bin. Eine Trainerausbildung beginne ich dann vielleicht im Herbst 2016.“

Ein großer Antrieb für Stephanie Kampf sich als Trainerin zu versuchen, sind die zahlreichen Erfahrungen, die sie weitergeben kann und möchte. Gerade im Langhürden-Bereich kann hier Yannik Frers profitieren, der in der vergangenen Saison als Junior im Finale der deutschen Aktivenmeisterschaften in Nürnberg stand und großes Zukunftspotenzial hat. „Speziell bei den Langhürden kann ich Erfahrungen, was das Rhythmusgefühl und die Technik angeht, weitergeben und mich in die Lage der Athleten versetzen.“

Kampfs Faszination ist klar: „Die Zusammenarbeit mit den Athleten, zu sehen, wie ein Athlet wächst und den Ehrgeiz entwickelt weiter an sich zu arbeiten, um das nächsthöhere Ziel zu erreichen.“ Und so hat die Abstinenz nun ein Ende, die Faszination der Leichtathletik ist einfach zu groß.

erstellt von szbz.de (sd)