Sindelfingerin darf zur Leichtathletik-WM
  20.01.2014 •     Pressemitteilung

Schon im Vorlauf enteilte die Sindelfingerin dem restlichen Starterfeld. 8,05 Sekunden benötigte sie für die 60 Meter mit Hürden. Hildebrand durfte in ihrem ersten Rennen dieser Saison überhaupt schon über die WM-Norm jubeln. Im Finale setzte sie dann noch eins obendrauf. Bei 8,00 Sekunden blieb die Uhr stehen. Das bedeute nicht nur Einstellung der persönlichen Bestleistung, sondern erneut WM-Norm.

Ich hätte nicht gedacht, dass es heute direkt zur Qualifikation reicht. Und hätte eher mit einer 8,10 gerechnet?, sagt Nadine Hildebrand, die sich in den nächsten Wettkämpfen nun noch weiter steigern will. ?Natürlich will ich nicht im ersten Wettkampf die beste Zeit gelaufen sein. Ich will eine neue Bestleistung aufstellen.?

Dafür muss sie die Acht-Sekunden-Marke knacken. In der nächsten und in der übernächsten Woche geht Nadine Hildebrand erneut in Karlsruhe an den Start. ?Da ist die Bahn wirklich schnell?, weiß die Hürdensprinterin.

Joana Kraft, Tamara Seer und Sebastian Neumann haben bei den baden-württembergischen Meisterschaften am Wochenende weitere Goldmedaillen für den VfL Sindelfingen geholt.

Sagenhaft war das Ergebnis vom Samstag. Drei Kugelstoßwettbewerbe wurden für die männlichen Teilnehmer ausgetragen. Die unter 18-Jährigen, die unter 20-Jährigen und die Aktiven griffen jeweils zu ihren schweren Wettkampfgeräten. Alle Wettbewerbe wurden dabei von einem Sindelfinger dominiert.

Den Anfang machte Eric Bundschuh am Vormittag. Der 16-Jährige war von der Konkurrenz nicht zu schlagen und siegte mit 18,25 Metern. Doch das war dem starken Sindelfinger Neuzugang nicht genug. Er wartet auf die 19 vor dem Komma, denn Bundschuh hat große Ziele. Im Sommer steht die Jugend-Olympiade in China an. Der Weg zu Olympia führt aber nur über die European Youth Olympic Trials in Aserbaidschan.

Um dorthin zu kommen, muss der Kugelstoßer in diesem Winter noch zwei Mal die 19-Meter-Marke übertreffen. Dann gilt es außerdem, den deutschen Mitbewerber um den Jugend-Olympia-Startplatz zu übertreffen und so auszustechen. ?Mit dem Wettkampf bin ich zufrieden, die Weite ist auch in Ordnung, aber es muss eben noch weiter gehen?, sagt Bundschuh. Nur wenige Stunden nach dem Sindelfinger Neuzugang stieg Simon Bayer bei den U20 in den Ring und machte es seinem Vereinskameraden nach. Er stellte eine neue Hallen-Bestleistung auf und steigerte sich auf 17,67 Meter. Die Konkurrenz biss sich am starken 18-Jährigen die Zähne aus. Am Ende siegte Bayer mit über einem halben Meter Vorsprung.

Den Schlusspunkt unter einen erfolgreichen Sindelfinger Meisterschaftstag setzte Tobias Dahm. Er zeigte am Abend eine solide Vorstellung und eine konstante Serie. Doch so richtig weit wollte sein Wettkampfgerät nicht fliegen. Schon im zweiten Durchgang wurde er auf den zweiten Platz zurückgedrängt.

Sein früherer Vereinskamerad Marco Schmidt stieß die 7,26-Kilogramm-Kugel auf 18,84 Meter. Doch im letzten Versuch gab Dahm noch einmal alles und durfte danach laut jubeln. Seine Kugel landete jenseits der 19-Meter-Marke. Der Stoß bedeutete die Führung vor Marco Schmidt, der auch im letzten Versuch nicht mehr kontern konnte. Dahm gewann den baden-württembergischen Meistertitel mit 19,03 Metern. ?Ich bin überrascht, dass es im Letzten geklappt hat. Meine Beine haben sich heute überhaupt nicht gut angefühlt?, sagt Dahm.

Auch Stabhochspringerin Joana Kraft durfte sich die Goldmedaille um den Hals hängen lassen. Sie gewann mit 4,10 Metern gegen ihre einzige Konkurrentin Marie-Sophie Hindermann. Die Siegeshöhe ist noch ausbaufähig, doch in der letzten Woche konnte Joana Kraft, aufgrund von Beugerproblemen nur wenig trainieren und ist immer noch leicht angeschlagen. ?Mir hat heute einfach die Routine gefehlt?, weiß die VfL-Athletin.

Sprint-Gold für die Blau-Weißen holte Sebastian Neumann über die 60-Meter-Strecke in der Altersklasse U20. Die lange Krankheits- und Verletzungspause lies er sich kein bisschen anmerken.

Im Gegenteil: Neumann stellte schon im Vorlauf eine neue Bestzeit auf und sprintete als Schnellster in 7,00 Sekunden ins Ziel. Auch im Finale war der 18-Jährige nicht zu schlagen und siegte ebenfalls in 7,00 Sekunden.

Gold über die 200 Meter sicherte sich Neuzugang Tamara Seer. Sie siegte in 24,34 Sekunden, will sich bei den nächsten Wettkämpfen aber noch steigern.

Einen goldenen Schlusspunkt setzte die 4x400-Meter-Staffel. Fabian Sterzing, Alexander Schif, Patrick Oehler und Manuel Ilg siegten in 3:20,61 Minuten.

Die Konkurrenz bei der baden-württembergischen Meisterschaft kann nur hinterherlaufen: Die Sindelfingerin Nadine Hildebrand stürmt zur Goldmedaille und zur Hallen-Weltmeisterschaft. Bild: Ralf Görlitz

erstellt von Saskia Drechsel