Sindelfinger Sprinterin Eva Baur schnell wie nie
  15.08.2013 •     Pressemitteilung

Eine kleine Sensation ist Eva Baur bei den süddeutschen Meisterschaften gelungen. Die 21-Jährige war so schnell wie noch nie unterwegs und pulverisierte ihre Bestzeit über die 100-Meter-Strecke.

Dabei verlief die bisherige Saison für die Athletin des VfL Sindelfingen mehr als durchwachsen. Nach Fußproblemen musste Eva Baur nicht nur auf die Hallensaison verzichten ? die Probleme zogen sich bis in die Vorbereitung auf die Freiluftsaison. Und so startete Baur mit einiger Verspätung ins Training. Erst im Mai erholte sie sich vollständig und konnte mit dem Sprinttraining beginnen.

Nach einem erfolgreichen Trainingslager des Deutschen Leichtathletikverbands auf Teneriffa ließ Eva Baur aber schon bei der ersten Gelegenheit in Weinheim ihr Können aufblitzen. Mit dem Ziel einen Staffelplatz für die Junioren-EM in Tampere zu ergattern, ging es dann Mitte Juni zu den deutschen Juniorenmeisterschaften. Dort galt es über die 100 Meter zu den Schnellsten zu gehören. Am Ende reichte es nicht ganz. Im Finale sprang lediglich Platz acht in 11,97 Sekunden heraus, damit hoffte Baur vergeblich auf eine EM-Nominierung.

 Die letztjährige deutsche Juniorenmeisterin über die 200-Meter-Strecke musste ihren Traum abhaken. Zwei Wochen später lief die Sprinterin schließlich wie befreit auf. Bei den süddeutschen Meisterschaften der Aktiven holte sie sich überlegen den Sieg in 11,87 Sekunden. Und in diesem Tempo ging es für Eva Baur weiter: In Köngen stellte sie eine neue Saisonbestleistung auf und sicherte sich den Stadionrekord. Nach intensiven Trainingswochen war das Augenmerk von Coach Sebastian Marcard dann auf die süddeutschen Meisterschaften gelegt. Hier sollte sein Schützling zu einer neuen Bestzeit sprinten. Und der Plan klappt wie am Schnürchen.

Motiviert bis in die Haarspitzen zeigte sich Eva Baur schon im Vorlauf. Sie siegte im ersten Vorlauf mit riesigem Vorsprung. Im Zwischenlauf bot sich ein ähnliches Bild: Baur sprintete vorneweg und war nicht einzuholen: Bei 11,59 Sekunden blieb die Uhr stehen und ließ Athletin und Trainer jubeln. Doch noch war der Wind zu stark, als das die Zeit in die Bestenlisten eingehen konnte.

Im 100-Meter-Finale gelang dann die Sensation, die nach den beiden starken Läufen des Tages schon fast keine Überraschung mehr war. Eva Baur startete kraftvoll aus dem Startblock und zog davon. Die Konkurrenz dominierte die 21-Jährige souverän und ließ ihren Sprinterkolleginnen keine Chance. Eva Baur rannte so schnell wie noch nie ins Ziel. Gestoppt wurden 11,57 Sekunden ? bei gültigem und Bestenlisten tauglichem Rückenwind von 1,7 Metern pro Sekunde. Damit ist Baur ein Quantensprung über die kürzeste Sprintdistanz gelungen.

Über ihre Zeit wird sich die VfL-Athletin vermutlich mehr freuen als über den erfolgreich verteidigten Meistertitel. Denn auch im Deutschland-Vergleich ist ihre Leistung viel wert. Eva Baur ist nun siebtschnellste Deutsche in diesem Jahr. Und das als Juniorin. Auch europaweit kann sich ihre Leistung sehen lassen. Bei den unter 23-Jährigen liegt die Sindelfinger Athletin zurzeit auf Platz zwölf.

Es war echt genial. Das Wetter war super und ich hatte richtig Lust auf den Wettkampf?, freut sich die Sprinterin über die tollen Wettkampfbedingungen. Doch mit ihrer schnellen Zeit hatte die 21-Jährige eigentlich nicht gerechnet. ?Dass ich so eine Zeit laufen kann, das wusste ich. Dass ich sie dieses Jahr nun doch noch laufe, hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht, gibt Eva Baur zu.