Schmerzen stoppen die Karriere
  20.02.2014 •     Pressemitteilung

Der absolute Höhepunkt war für den Leichtathleten des VfL Sindelfingen ohne Zweifel die Leichtathletik-Europameisterschaften der U20-Jugendlichen im Jahr 2011. Hier durfte Alexander Schwab einen Auftritt auf der großen internationalen Bühne bestreiten.

Und im Nationaltrikot brachte er beeindruckende Leistungen. Über seine Paradestrecke, die 1500 Meter, schaffte er es bis ins Finale und feierte seinen größten Triumph: In einer Spurtentscheidung erkämpfte sich Schwab den dritten Platz und die Bronzemedaille.

„Ich hatte so lange darauf hingearbeitet und es war ein tolles Erlebnis. Eine ganze Woche mit dem Team unterwegs zu sein. Wir hatten eine tolle Gemeinschaft und die Medaille war natürlich die Krönung“, erinnert sich der Sportler zurück. Doch der Einsatz im Nationaltrikot war sein letzter Lauf über die 1500 Meter.

Im Sommer 2009 bei den deutschen Juniorenmeisterschaften begann die Pechsträhne. Schwab lag auf Medaillenkurs, stürzte im Massenspurt aber kurz vor dem Ziel. Die Bronzemedaille und eine tolle Zeit wären möglich gewesen, ein Meter vor dem Ziel musste er sich aber erst wieder aufrappeln, was wertvolle Sekunden und einige Platzierungen kostete. Doch das Rennen zeigte: Alexander Schwab ist in Topform. Es folgte ein Start bei der Juniorengala Anfang Juli. Hier schaffte der Maichinger, die Qualifikationsnorm für die Jugend-Europameisterschaften im 1500-Meter-Rennen zu unterbieten. Dann reiste er wenig später zu den Europameisterschaften und gewann Bronze. Einzig die deutschen Jugendmeisterschaften verpassten dem VfL-Athleten in diesem Jahr einen Dämpfer. Hier konnte er sich über die 800-Meter-Strecke nicht gegen Dennis Krüger durchsetzen und holte lediglich die Silbermedaille. Mit einem schnellen Rennen in Mannheim setzte Schwab dann aber den krönenden Schlusspunkt unter seine erfolgreichste Leichtathletiksaison überhaupt. Hier stellte er über die 800-Meter-Strecke eine beeindruckende neue Bestzeit von 1:48,48 Minuten auf.

Doch auch wenn der Maichinger im Sommer sorgen- und schmerzfrei hatte laufen können, vorangegangen war – wieder einmal – eine Verletzungsmisere. Auf eine Hallensaison hatte Alexander Schwab, aufgrund von Verletzungsproblemen, verzichten müssen, erst mit Verspätung ging es für ihn in die Vorbereitung auf die Freiluftsaison.

Dass es dennoch so rund lief und eine EM-Medaille möglich war, hat Alexander Schwab seinem Trainer Harald Olbrich und der eigenen Motivation zu verdanken. Durch viele verletzungsbedingte Zwangspausen musste sich der Sportler schon durchbeißen, zurückgekommen ist er jedes Mal stärker.

Doch was auf das Erfolgsjahr 2011 folgte, war selbst für Alexander Schwab schwer zu ertragen. Mit einer leichten Verletzung reiste er in die USA, um dort ein Auslandssemester zu verbringen. In Kalifornien, an der University of California Berkeley konnte er nur wenige Wochen beschwerdefrei trainieren, dann machte sich eine Verletzung bemerkbar, die den Maichinger Mittelstreckler noch lange verfolgen sollte: Oberschenkelprobleme ließen an ein normales Training nicht denken.

Bis heute ist nicht geklärt, was die Oberschenkelprobleme verursachte. „Als ich in Deutschland zurück war, wollte ich eigentlich angreifen, aber ich konnte nicht einmal voll trainieren“, sagt er. Alexander Schwab wollte aber nicht aufgeben, er versuchte fit zu bleiben, sich immer wieder heran zu kämpfen.

Doch auch im Jahr 2013 blieb er vom Pech und den Oberschenkelproblemen verfolgt. Das letzte Rennen seiner Karriere absolvierte Schwab dann bei den süddeutschen Meisterschaften in Regensburg. Hier gewann er mit der 3x1000-Meter-Staffel das letzte Mal Gold. Wieder mit Schmerzen.

„Immer nur mit angezogener Handbremse zu laufen, macht keinen Spaß“, so Schwab. Deswegen verabschiedete sich der Maichinger vom Leistungssport. Der Abschied fiel ihn nicht leicht und auf Sport kann der Student noch heute nicht verzichten. Neben seinem anspruchsvollen Studium klettert Schwab, fährt Rennrad und Ski und läuft ab und zu. „Ich mache immer noch mehrmals in der Woche Sport, aber eben mit einem anderen Hintergrund. Es ist schön, selbst entscheiden zu können, was man trainiert. Den Sport brauche ich aber auf jeden Fall“, so Schwab.

erstellt von szbz.de (Saskia Drechsel)