Rhede war für den VfL eine Reise wert
  19.09.2013 •     Pressemitteilung

Spitzenpositionen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften kein Zufall waren, der Sindelfinger Leichtathletik-Nachwuchs aber auch in der Breite gut aufgestellt ist zeigte der Endkampf der Deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaften (DJMM) letztes Wochenende in Rhede/NRW, von dem die männliche Jugend U20 des VfL medaillenbehangen zurückkehrte.

Die Parole für die zwei Tage gab der Jugendleiter der Abteilung aus: „Wir sind das kleine galische Dorf, umzingelt von Startgemeinschaften und LGs, aber man weiss ja, wozu kleine galische Dörfer manchmal imstande sind“ meinte Hans-Jürgen Burgstahler schmunzelnd. Tatsächlich bestand die Gegnerschaft mit Ausnahme des übermächtigen Bayer Leverkusen nur aus Ansammlungen von Leichtathletik-Abteilungen mehrerer Orte.

Doch unbeeindruckt davon setzte der VfL bei widrigen äußeren Bedingungen das erste Ausrufezeichen. Über 100 Meter blieb Johannes Wiesner mit 10,98 Sekunden als Einziger unter elf Sekunden. Für die zweite gewertete Leistung sorgte Sebastian Neumann mit 11,52 Sekunden. Das brachte den VfL gleich zu Beginn ins Vorderfeld. Trainer Peter Wiesner: „Für diese Bedingungen mit Gegenwind und zu diesem späten Zeitpunkt der Saison sind die Leistungen absolut in Ordnung.“

Neumann durfte kurz darauf wieder ran und schraubte sich zur Freude des Teams im Hochsprung über 1,80 Meter. Auch Simon Bayer sprang für einen Kugelstoßer erstaunliche 1,68 Meter.Über die 800 Meter war der VfL stark besetzt und konnte die Maximalzahl von vier Teilnehmern pro Disziplin aufbieten. Die besten Wertungsergebnisse erzielten Jonas Kolzau in 1,57,39 Minuten und Tobias Kocholl in 2,01,21 Minuten.

Dann kam die Stunde der Mehrkämpfer. Lukas Wiesner mit 48,16 Metern und Leon Bühler mit 48,86 Metern holten die Punkte für den VfL im Speerwurf. Bühler erzielte über die 110 Meter Hürden ansprechende 15,84 Sekunden. Schrecksekunde dann beim Lauf von Lukas Wiesner. Er stürzte bei der letzten Hürde, konnte sich aber noch geistesgegenwärtig abrollen und warf sich nach 17,63 Sekunden ins Ziel.

Trainer und Vater Peter Wiesner musste einmal kräftig durchpusten: „Zum Glück hat das nicht allzuviel Zeit gekostet. Wir sind nach dem ersten Tag im Bereich unseres Vorkampfes, und da hatten wir das zweitbeste Ergebnis aller Teams.“ Jugendleiter Burgstahler fügte hinzu: „ Die Jungs sind heiß auf eine Medaille und der Teamgeist ist phänomenal. Wo immer hier einer mit weiss-blau gefärbten Haaren antritt sind alle anderen da und machen Lärm und Stimmung.“

Am zweiten Tag zeigte sich Petrus in freundlicherer Stimmung, doch die VfL-Athleten kamen schwer in die Gänge. Der verletzte Manuel Retzbach stellte sich als Betreuer zur Verfügung: „Stabhochsprung lief nicht ganz optimal. Hannes Grolig hat Rückenprobleme und Nico Hamann kam nicht richtig in den Wettkampf.“ So blieb es bei 3,80 Metern für Grolig und 3,40 Meter für Hamann.

Doch beim Weitsprung lief es wieder runder. Johannes Wiesner sprang 6,44 Meter, war aber dennoch nicht ganz glücklich: „Der letzte Sprung war fast sieben Meter weit, aber leider minimal übertreten.“ Dafür konnte der drei Jahre jüngere Sprintkollege Deniz Almas mit seinen 5,99 Metern sehr zufrieden sein. Starke Leistungen über die 3000 Meter von Johannes Bergdolt in 8,52,28 Minuten und Tobias Kocholl in 9,16,44 Minuten. Sie hielten den VfL weiter in der Spitzengruppe.

Die punktbeste Leistung für die Sindelfinger erzielte Simon Bayer. Der Fünfte der deutschen Jugendmeisterschaften im Kugelstoßen fand in seiner Spezialdisziplin in Rhede keine Gegner. Mit 17,57 Metern lag er über zwei Meter vor der Konkurrenz.

Auch Johannes Wiesner konnte sich mit seinen 13,94 Metern im Vorderfeld platzieren. Traditionell gut besetzt ist der VfL über die 400 Meter und auch der Nachwuchs lässt hier nichts anbrennen. Jonas Kolzau lief 50,92 Sekunden. Dazu kamen die 52,55 Sekunden von Yannik Frers, der sich trotz Verletzungsproblemen in den Dienst der Mannschaft stellte.

Simon Bayer zeigte anschließend mit 43,52 Metern, dass er auch Diskuswerfen kann. Dies beherrscht auch Lukas Wiesner, dennoch musste Vater Peter bis zum dritten Versuch zittern, bis sein Sprössling seinen einzigen gültigen Versuch auf 40,31 Meter setzte.

Vor der abschließenden 4x100 Meter-Staffel wurde er auch nicht ruhiger: „Eigentlich müsste es für den dritten Rang reichen.“ Und es wurde noch mal spannend. Deniz Almas schickte Johannes Wiesner auf die Reise, der mit deutlichem Vorsprung auf Sebastian Neumann zulief. Dieser startete jedoch zu früh und nahm nach einer Vollbremsung erst kurz vor Ende der Wechselmarke den Stab in Empfang. Der Rest verlief zum Glück problemlos, Leon Bühler trug den Stab nach 43,08 Sekunden Ziel. Danach war klar, der Bronzeplatz war gesichert.

Gold ging an Bayer Leverkusen mit 15?956 Punkten vor den Lokalmatadoren von der Startgemeinschaft Rhede/Sonsbeck/Wesel mit 15?602 Punkten und dem VfL Sindelfingen mit 15?499 Zählern, der sich die viertplatzierten von der 

StG ART/SFD/TBH Düsseldorf, die 15059 Punkte erzielten klar vom Leibe halten konnte.

Auch wenn Sie keine Punkte beisteuern konnten, aber dennoch viel gelernt haben, Konrad Schönberger, Lukas Mayer und Joshua Sperrle waren wichtige Mitglieder des Teams. Dies wurde spätestens bei der Siegerehrung klar, auch hier setzten die Sindelfinger durch eine ausgefallene „Choreografie“ Massstäbe. Das Schlusswort des Jugendleiters Hans-Jürgen Burgstahler: „Ich bin unheimlich stolz auf diesen Haufen.“