Patrick Oehlers Pech auf der Zielgeraden
  27.01.2015 •     Pressemitteilung

Die Top-Leistung der baden-württembergischen Meisterschaften war unbestritten die Weite von Tobias Dahm. Am Nachmittag gab sich nämlich der Kugelstoßer die Ehre und trat zu seinem Heimspiel an.

Vor gut einer Woche überbot er die geforderte Qualifikationsweite für die Hallen-Europameisterschaften der Leichtathleten, doch Dahm wollte sich nicht lange ausruhen, sondern startete mit seinem Wettkampf am Samstag in eine wahre Mammut-Woche. Mit einem lauten Schrei stieß der Kugelstoßer sein 7,26 Kilogramm schweres Wettkampfgerät von sich und freute sich über einen gelungenen Versuch. Bei der Tagesbestweite von 19,43 Metern landete die Kugel.

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„Meine Leistung ist für mich heute viel wert. Sie zeigt mir, dass ich immer über 19 Meter stoßen kann, auch ohne Feld und Stimmung“, sagt Tobias Dahm. Weiter geht es für den Kugelstoßer in wenigen Tagen. Beim Meeting in Düsseldorf wird er in einem starken Feld an den Start gehen.

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Auch Denis Almas war im Glaspalast am Start, für ihn ging der Wettkampftag allerdings wenig glücklich aus. Hatte er über die 60-Meter-Strecke auf eine Medaille gehofft, platzte dieser Traum kurz vor dem Finale. Schon im Vorlauf zeigte Almas eine starke Leistung. Der Sprinter des VfL Sindelfingen stürmte zu einer neuen Bestzeit und durchbrach seine persönliche Schallmauer. Bei 6,99 Sekunden blieb die Uhr stehen. Damit qualifizierte sich der VfL-Athlet für den Endlauf der besten Acht. Kurz vor dem Startschuss passierte es. Almas machte noch eine letzte Startübung aus dem Block, auf einmal krampfte die Wade. Das war’s.

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Am Sonntag gab es dann über die 200-Meter-Strecke doch noch ein glückliches Ende für den Calwer. Er musste im ersten Zeitendlauf nur den Stuttgarter Alexander Deckert ziehen lassen und lief auch in der Gesamtwertung mit 22,58 Sekunden auf den Silberrang. „Das ist nah dran an meiner Bestzeit und ich denke, viel mehr war heute auch nicht drin“, sagt Almas.

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Stabhochsprung-Gold gewann Leo Lohre, mit seiner Siegeshöhe von 5,10 Metern war er aber nicht allzu glücklich, hatte er sich doch deutlich höhere Sprünge erhofft. „Das war ärgerlich, heute ist es einfach nicht rund gelaufen für mich“, sagt der Sindelfinger Athlet. Der zweite Sindelfinger Stabhochspringer Florian Gaul konnte nur von der Tribüne aus zuschauen. Er hat sich beim Krafttraining an der Bandscheibe verletzt und kann vorerst nicht trainieren. Sein Verletzungspech teilen auch Disziplinkolleginnen Joana Kraft und Martina Schultze.

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Ebenfalls nicht glücklich war Eric Bundschuh nach seinem Auftritt am Samstag. Der Kugelstoßer konnte sich nicht so recht erklären, was schiefgelaufen war, hatte der Wettkampf doch mit einem Stoß über 16,35 Meter ganz passabel begonnen. Dann folgte allerdings ein ganz weiter Stoß. „Das war deutlich über 17 Meter, aber ich habe übertreten“, erklärt Bundschuh. Danach passte nichts mehr so recht zusammen. „Ich bin nur noch im Ring rumgerutscht, dabei wollte ich doch heute meine Bestleistung knacken.“ Mit 16,61 Metern wurde der Sindelfinger Vizemeister.

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Eine weitere Sindelfinger Vizemeisterschaft ging auf das Konto von Hürden-Ass Sabrina Lindenmayer. Im Vorlauf hatte die Athletin noch ihre Schwierigkeiten, im Endlauf gelang ihr dann ein starkes Rennen, trotzdem musste sie sich der starken Mannheimerin Carolin Dietrich geschlagen geben, die mit 8,21 Sekunden ein tolles Comeback zeigte. Lindenmayer selbst war 8,30 Sekunden schnell. „Das kann ich besser“, sagt Lindenmayer.

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Der Sonntag schien der Tag der Vizetitel zu sein, denn auch Patrick Oehler begnügte sich nach einem packenden 800-Meter-Rennen mit der Silbermedaille. Dabei war der Schützling von Trainer Harald Olbrich auf einem guten Weg, knapp 100 Meter vor Schluss lief er an die Spitze des Feldes und setzte sich leicht ab, doch auf der Zielgeraden verließen ihn die Kräfte und von der Seite kam Sebastian Karl aus Lahr gesprintet. Er überspurtete Oehler, wie schon vor einem Jahr und fuhr den Sieg ein. „Schade, dass das schon wieder passiert ist, Sebastian ist einfach mit viel Schwung vorbeigezogen“, sagt Oehler. Nun will er in Wien ein schnelles 800-Meter-Rennen bestreiten. Ohne Sebastian Karl als Gegner.

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In seinem erst zweiten 400-Meter-Rennen sorgte Luis Haidt am Samstag für eine Bronzemedaille. Der Sindelfinger ging seinen Wettkampf verhalten an, drehte dann aber auf. Im Zeitendlauf reichte es zwar nur auf Platz drei, doch da Haidt in den schnellsten aller Läufe geraten war, war diese Platzierung dann auch in der Endabrechnung Bronze wert. „Ich bin total zufrieden. Es war super mit den schnellsten Läufern in einem Rennen zu sein, dadurch wurde ich richtig gezogen“, sagt Luis Haidt.

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