Mit viel Geduld und Leidensfähigkeit
  11.08.2015 •     Pressemitteilung

Wer Yannik Frers bei den deutschen Meisterschaften der Aktiven in Nürnberg gesehen hat, musste dem 21-Jährigen zweifellos Respekt zollen. Frers ist Hürdenläufer im Trikot des VfL Sindelfingen. Ein Langhürdenläufer, der es in den letzten Jahren alles andere als leicht hatte. Es war das Jahr 2011, das dem Sindelfinger wohl die Motivation gab durchzuhalten.

Damals fanden im August die deutschen Jugendmeisterschaften in Jena statt. Vor vier Jahren war Frers noch B-Jugendlicher. In der Bestenliste seiner Altersklasse war er unter den Top Zehn aufgeführt. Bei den Jugendmeisterschaften war das Finale das große Ziel, das der Leichtathlet souverän erreichte. Im Endlauf dann zeigte Frers das schnellste Rennen seiner noch jungen Karriere und verbesserte seine Bestzeit um fast eine halbe Sekunde auf 54,50 Sekunden. Der Jubel war riesig, als der Hürdenläufer als Zweiter ins Ziel einlief und sich die Silbermedaille umhängen lassen durfte. „Damals dachte ich, dass es jetzt weiter so nach oben geht“, sagt Frers.

Der deutsche Jugend-Vizemeister hatte in den folgenden Jahren mit ganz anderen Hindernissen als den Hürden zu kämpfen. Sein bisheriger Trainer Jürgen Schneider verließ den Verein in Richtung Saarland, zwar arbeitete das Duo weiter zusammen, doch beim Coaching aus der Ferne muss man Abstriche machen, lange Zeit musste der Sindelfinger alleine trainieren. Hinzu kamen Verletzungen, das Jahr 2012 verlief durchwachsen ebenso wie 2013.

Ende des Jahres stieß Trainer Sebastian Marcard mit seiner gesamten Gruppe zum Verein. Frers wechselte Ende 2013 in die Trainingsgruppe Marcards. Er stellte sein Training um, wollte unbedingt wieder Schritte nach vorne machen. „Wir haben dann mehr Fokus auf meine Schwäche, die Schnelligkeit, gesetzt. Die hat sich dann recht positiv entwickelt“, so Frers. Doch immer wieder wurde er von muskulären Problemen zurückgeworfen. Außerdem litt der Sindelfinger unter wachstumsbedingten Reaktionen an der Patellasehne am Knie, die ihn monatelang zu alternativem Training zwangen. Gemeinsam mit Trainer Marcard wurde entschieden, den Fokus für das Jahr 2014 auf einen lang gezogenen Aufbau über zwei Jahre hinweg zu setzen. „Ich musste erst wieder fit werden. Wir haben einige Dinge umstrukturiert und optimiert.“

Darunter nicht nur Trainingsumfänge und Pausen, sondern auch die Ernährung und die Regeneration. „Dass dann im Jahr 2014 nur eine kleine Verbesserung erfolgte war somit normal“, sagt Frers. Für das Jahr 2015 sollten die Zeichen auf Angriff stehen. Und der Plan ging auf. Die Saisonvorbereitung verlief problemlos, in den Hallenwettkämpfen zeichnete sich Frers’ gute Form ab, die wurde im Trainingslager auf Mallorca immer besser.

Das Saisonziel stand fest: „Meine Bestzeit verbessern in Richtung der 54 Sekunden oder darunter, und wenn möglich auch die Norm für die deutschen Meisterschaften der Aktiven laufen.“ Schon bei den deutschen Meisterschaften der Junioren kam der Durchbruch, Frers steigerte seine Bestzeit um fast zwei Sekunden auf 53,18 Sekunden. „Mit dieser Zeit hatte ich nicht gerechnet.“

Die Norm für die deutschen Meisterschaften in Nürnberg fiel, ein großer Traum ging in Erfüllung. Und auch in Nürnberg war Frers nicht aufzuhalten. Erst blieb er im Vorlauf erstmals unter der 53-Sekunden-Marke, qualifizierte sich für den Endlauf. Im Finale dann ein absoluter Gänsehaut-Moment: Im gut gefüllten Stadion gelang dem Sindelfinger der letzte Streich seiner so erfolgreichen Saison. Langsam ging er sein Rennen an, umso schneller war er in der zweiten Hälfte. Das Ergebnis: Wieder eine Bestzeit, inzwischen steht sie bei 52,78 Sekunden und außerdem ein überraschender fünfter Platz. „Die Saison war einfach der Hammer“, sagt Yannik Frers. Die nächste soll noch besser werden.

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