Mit einem Stoß in neuen Sphären
  20.06.2014 •     Pressemitteilung

Simon Bayer hat sich vergangene Woche in neue Sphären gestoßen. Der Kugelstoßer des VfL Sindelfingen hat seine Bestleistung in Leipzig um einen guten Meter gesteigert und ist jetzt ein heißer Kandidat für die Jugend-Weltmeisterschaften, die im Juli in Eugene (USA) ausgetragen werden.

Als Simon Bayer nach seinem gelungenen Versuch aus dem Ring stieg, war er vollkommen überrascht, so weit war seine Kugel noch nie geflogen. Dann wurden 19,72 Meter gemessen und der Jubel kannte keine Grenzen. Denn: Auf eine Weite über 18,50 Meter hatte Simon Bayer gehofft, mit der 19-Meter-Marke geliebäugelt. Doch nun kratzt der 18-Jährige sogar schon an den zwanzig Metern. "Mein Wettkampf lief völlig überraschend. Ich wusste, dass ich viel drauf habe, aber dass es gleich so weit geht, hätte keiner gedacht", sagt Bayer.

Und neben der eigenen Bestleistung stellte Simon Bayer noch einen weiteren Rekord auf. Noch kein Jugendlicher vor ihm hat in Württemberg so weit gestoßen. Den alten WLV-Rekord von Tobias Hepperle pulverisierte Bayer um mehr als einen halben Meter. Und auch die WM-Norm war nach dem weiten Stoß kein Problem mehr. Die 18,50 Meter hat der Kugelstoßer schließlich mehr als deutlich geknackt.

Doch trotz der starken Leistung ein WM-Platz ist Simon Bayer noch keineswegs sicher. "Meine Chancen stehen 50:50", weiß auch der Sindelfinger. Schließlich dürfen nur zwei deutsche Kugelstoßer mit nach Eugene. Patrick Müller scheint mit starken Leistungen seinen Platz in der deutschen Auswahl nahezu sicher zu haben. Dahinter konkurrieren Simon Bayer und Henning Prüfer um die zweite Fahrkarte. "Seit Leipzig liege ich vor Henning, der zwar eigentlich ein Diskuswerfer ist, aber Chancen auf einen Doppelstart hat", sagt Simon Bayer, der aktuell auf Platz zwei in der deutschen Bestenliste liegt. In der Jugend-Weltjahresbestenliste liegt er auf einem sensationellen fünften Rang.

Bald wird die endgültige Entscheidung fallen, wer Deutschland im Kugelstoßen vertreten wird. Der alles entscheidende Auswahlwettkampf findet am 5. Juli in Mannheim statt, zwei Tage später wird der deutsche Leichtathletikverband endgültige entscheiden. Deswegen stehen für Simon Bayer die nächsten Saisonziele schon fest. Ich will meine Weite bestätigen und vor allem in Mannheim den zweiten Platz machen. Die zwanzig Meter könnten rein körperlich drin sein, doch technisch ist es wirklich sehr schwer das Optimum rauszuholen, da man bei der Drehstoßtechnik viele Sachen beachten muss.

Doch schon jetzt ist Bayer von seinem Saisonverlauf mehr als angetan. Zumal er in der Hallensaison noch des Öfteren unzufrieden aus den Wettkämpfen gegangen war, besonders an der Konstanz galt es noch zu arbeiten. Doch vor einem halben Jahr war die Saison für den Sindelfinger auch noch sehr anstrengend.

Simon Bayer war in der heißen Abitur-Phase, den Kopf frei für den Leistungssport zu haben war schwer. Nun ist alles anders: "Ich habe keine Schule mehr, mein Abitur in der Tasche und kann mich voll und ganz auf das Training konzentrieren. Das Zusammenspiel mit meinen Trainern ist besser geworden und ich versuche nicht nur körperlich zu trainieren, sondern auch die Bewegungen im Kopf durchzugehen", sagt der 18-Jährige.

Seitdem hat Simon Bayer erhebliche Fortschritte gemacht. Gerade in der technischen Ausbildung hat er diese Entwicklung gleich zwei Trainern zu verdanken. In Stuttgart wird er von Peter Salzer betreut, immer wieder macht Simon Bayer aber auch Ausflüge nach Chemnitz, um unter Rolf Österreich zu trainieren. Der ehemalige Weltrekordhalter im Kugelstoßen kann Drehstoßer Bayer besonders weiterhelfen. "Er gibt mir viele Tipps was den Drehstoß angeht und weiß genau von was er redet. Beide Trainer ergänzen sich perfekt", sagt Simon Bayer, der nun darauf baut, dass sich diese Arbeit auch auszahlt. Er hofft auf eine Fahrkarte zur WM und will sich in Eugene einen großen Traum erfüllen: den ersten Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft und das gleich bei einer Weltmeisterschaft.

erstellt von szbz.de (sd)