Medaillentraum platzt nach starkem Start
  14.08.2014 •     Pressemitteilung

Hürdensprinterin Nadine Hildebrand hat am Mittwochabend ihre erfolgreiche Leichtathletiksaison gekrönt. Die Athletin des VfL Sindelfingen stürmte bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich auf den sechsten Platz. Ein kleiner Wermutstropfen war die Zeit von 13,01 Sekunden im Finale, das mit einem guten Start vielversprechend begonnen hatte.

Als Nadine Hildebrand am Mittwoch um kurz vor 22 Uhr zum Finale in die Startblöcke stieg, war die Spannung groß. Stille im gesamtem Stadion, nicht nur unter den mehr als vierzig mitgereisten Sindelfinger Fans. Bei kühlen Temperaturen und wechselnden Winden wurde das 100-Meter-Hürden-Finale ausgetragen. Keine einfachen Bedingungen. Dann der Startschuss, ein schneller Start von Nadine Hildebrand, die dieses Mal fehlerfrei die ersten Hürden überqueren konnte. Das Feld blieb eng zusammen, Hildebrand lief lange gleichauf mit ihrer deutschen Teamkollegin Cindy Roleder. Als es auf die letzten Meter ging, hatte die Sindelfingerin aber das Nachsehen. Sie konnte nicht mehr mit der Konkurrenz mithalten und verlor an Boden. Mit einer Zeit von 13,01 Sekunden erreichte Hildebrand das Ziel. Als Sechstplatzierte. Enttäuscht lief sie vom Platz. Analysen sind fraglich, der Gegenwind könnte die Sindelfingerin gebremst haben. „Am Start sah es noch gut aus, dann hat es aber irgendwie nicht mehr geklappt“, sagt Trainingskameradin Sabrina Lindenmayer, die auf der Tribüne mitfiebert. Die erträumte Bronzemedaille sicherte sich indes eine andere: Cindy Roleder rannte auf Platz drei. Seit sie für den Mehrkampf trainiert, läuft es bei der Leipzigerin. Richtig strahlen konnte Nadine Hildebrand nach dem Vorlauf. Die 26-jährige Hürdensprinterin zeigte das drittschnellste Rennen ihrer Karriere und blieb, wie schon zwei Mal bei den deutschen Meisterschaften in Ulm unter der 12,80-Sekunden-Marke. Schon von Beginn an zeigte die Sindelfingerin ein souveränes Rennen. Sie ging schon nach der ersten Hürde in Führung und ließ sich die Spitzenposition bis zum Ziel nicht mehr nehmen. Bei 12,78 Sekunden blieb die Zeitmessanlage stehen. Eine starke Zeit für einen Auftritt im Vorlauf. Die VfL-Athletin unterstrich damit ihre Ambitionen auf eine Medaille. In den weiteren Vorläufen waren nur die beiden Favoritinnen, die Französin Cindy Billaud und die Britin Tiffany Porter, schneller. Als Siegerin ihres Vorlaufs qualifizierte sich die Sindelfingerin souverän für das Halbfinale am Abend. „Der Start war etwas verhalten, das Rennen dann eigentlich ganz gut. Es war noch nicht bis ins Ziel ausgereizt“, sagt Hildebrand, die sich ihre Kräfte für das Halbfinale und den Endlauf aufsparen wollte. „Es war ein Vorlauf. Im Halbfinale zählts. Das wird eine enge Kiste“, sagt Hildebrand. Am Abend ging es im Zwischenlauf gegen die starke Tiffany Porter um den Einzug in das Finale. Hildebrands Mindestziel. Doch dann war Zittern angesagt. Hildebrand bekam über die 100-Meter-Hürden-Strecke ihre Schwierigkeiten, gerade die erste Hürde bereitete ihr Probleme, die Sindelfingerin verlor an Schwung und hatte es im weiteren Rennen schwer, sich heran zu kämpfen. Als Vierte sprintete sie in 12,92 Sekunden ins Ziel. Allerdings qualifizierten sich nur die ersten drei Athletinnen der beiden Zwischenläufe sicher für das Finale. Als Vierte wurde es knapp für Nadine Hildebrand, die ihren großen Traum schon platzen sah. Wenig später war klar: Die VfL-Athletin darf trotzdem in Finale starten. Als eine von zwei Zwischenlaufschnellsten war ihr ein Endlaufplatz sicher. „Der Lauf war nichts. Ich hätte gerne nicht so gezittert. Das Ziel war schon, unter die ersten Drei zu laufen. Jetzt ging es aber nicht anders“, sagt Hildebrand. „Ich bin direkt an der ersten und zweiten Hürde hängen geblieben, es fehlte von Anfang an Speed, den man einfach nicht mehr aufholen kann, dann ist der Wurm schon irgendwie drin“, sagt Hildebrand, die den Hürdensprint am Dienstagabend deswegen eher als Kampf und nicht als entspanntes Laufen empfunden hat. Trotz des missglückten Halbfinales blieb die 26-Jährige aber optimistisch für das Finale am Mittwochabend. „Meinen schlechten Lauf bei den Europameisterschaften habe ich jetzt aber weg. Es können nur noch Gute kommen.“ Diese Einschätzung traf nicht ganz zu. Insgesamt darf Nadine Hildebrand mit ihrem Auftritt bei den Europameisterschaften in Zürich aber mehr als zufrieden sein. Das Mindestziel Finale konnte sie erreichen, im Vorlauf sprang eine schnelle Zeit heraus. Dennoch wird Hildebrand enttäuscht sein, nicht wegen ihrer Platzierung, vielmehr wegen ihrer Zeit im Finale. Denn zumindest ein schnelles Ergebnis wollte die VfL-Athletin abliefern.

erstellt von Saskia Drechsel (SZ)