Mach mit werde Fit - Leichtathletik mit der Bürgerstiftung
  06.04.2019 •     Veranstaltung Pressemitteilung TOP-Nachricht

Es ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie im Buche steht: Die elfte Auflage des Aktionstages " Mach mit, werde fit" der Sindelfinger Bürgerstiftung hat auch dieses Jahr rund 1400 Kindergartenkinder und Schüler in Bewegung gebracht und gewährte im Glaspalast und drumherum Einblicke in teils unbekannte Sportarten.

Die Zahlen sprechen für sich: An 36 verschiedenen Sportstationen, betreut von mehr als 100 Trainern und unterstützt von weiteren rund 100 ehrenamtlichen Helfern, waren am Donnerstagvormittag 1340 Kinder aus zehn Sindelfinger Schulen und 16 Kindergärten im und neben dem Glaspalast aktiv. "Mehr als 660 Kinder stehen sogar noch auf der Warteliste. Die werden wir dann im kommenden Jahr bevorzugt einteilen", verriet Ingrid Bitter, stellvertretende Vorstandsvorsitzender der Sindelfinger Bürgerstiftung, die das Projekt 2009 gemeinsam mit der AOK Stuttgart-Böblingen und dem Stahl Sport Shop initiiert hatte. Ziel war, dem "dramatischen Bewegungsmangel bei Kindern" entgegenzuwirken. Ganz offensichtlich mit Erfolg.

Wahnsinnsaufwand: Natürlich ist der Fitnesstag jedes Jahr im Frühjahr ein riesiger Kraftakt für die Bürgerstiftung. "Unser Rüdiger Fürstenberger schafft es jedes Jahr wieder, neue Vereine dazuzugewinnen", war Ingrid Bitter begeistert. So nahm erstmals das Sindelfinger Chi Centrum teil, das mit Bollywood (indischem Tanz), Meditation und Tai Chi gleich drei Stationen abdeckte. Aber auch Shinson, ein Selbstverteidigungstraining, wurde erstmals angeboten. Abgerundet wird das ganze Projekt wie jedes Jahr mit den Marathon-Karten, die die Kinder im Januar bekamen und auf denen sie bis zum Sindelfinger Werkstadtlauf am 5. Mai die kompletten 42 Kilometer vollmachen sollen, um sich dann über einen tollen Preis freuen zu dürfen.

Große Vorfreude: Der eine oder andere Meter kam auch am Donnerstag schon dazu, denn bei manchen Stationen musste richtig gerannt werden. So beispielsweise bei den Leichtathleten, wo neben dem Zielwurf auf an Hürden befestigte Luftballons auch der Hoch-Weitsprung über ein Hindernis zu meistern war. "Schnelles Anlaufen braucht man bei allen Sprüngen", erklärte Dieter Gauger, der sich genauso wie Heinz Schwab und Werner Spieß schon im Vorfeld auf den Tag freute. "Als Rentner hat man ja Zeit", so Schwab über den halben Tag, den er an der Station verbrachte. "Wenn man sieht wie die Kinder sich freuen, ist das doch das Schönste", betonte Werner Spieß lachend.

Restlos voll: Hoch hinaus ging es auf dem Airtrack, einer speziellen, mehrere Meter langen Turnmatte, auf der die Kinder wild umherhüpften. Ob in den vergangenen Jahren der eine oder andere hängengeblieben ist, konnte Leo Lohre, Hochspringer und Leiter der Sindelfinger Turnschule Flick Flack, gar nicht sagen. "Wir haben das nicht nachverfolgt, weil wir derzeit ohnehin restlos voll sind und gar keine neuen Kinder aufnehmen können. Ich habe allein 35 offene Anfragen derzeit", erklärte der 28-Jährige. Zum einen liege das an den rund 240 Kindern - inklusive Rhythmische Sportgymnastik und Trampolin -, zum anderen an den beschränkten Hallen- und Trainerkapazitäten. "Turnen ist aber gerade auch im Aufwind, der Deutsche Turnerbund macht viel vor der Weltmeisterschaft im Oktober in Stuttgart", wusste der frischgebackene Papa.

Mit Roboter: Schlag auf Schlag ging es bei der Tischtennisabteilung des VfL Sindelfingen, wo Jasmin Lorenz-Kovacs, Spielerin der ersten Frauenmannschaft in der Regionalliga und dort aktuell Tabellenzweite, erstmals als Betreuerin dabei war und den Kindern gleich mal zeigte, wie man am Ballroboter den Schläger richtig hält oder an den lustigen Minitischen spielt. "Toll, dass uns auch die älteren Mitglieder helfen", freute sich neben ihr Organisatorin Sandra Stillbauer über die "schöne Veranstaltung".

Balanceakt: Ganz schön schwierig ging es bei den Handballern der HSG Böblingen/Sindelfingen zu. Auf einer umgedrehten Bank laufend, galt es für die Kinder nebenher den Ball in die Luft zu werfen und natürlich wieder zu fangen, ehe um Stangen im Slalom gedribbelt und im Anschluss der Torwurf geübt wurde. Lehrerin Anne Scheidenbacher gab leichte Hilfestellung. "Ich bin zum ersten Mal hier und total begeistert. Und zufällig sind wir auch noch bei meiner Lieblingssportart gelandet", sagte die ehemalige Handballerin. Ihre Viertklässler der Johannes-Widmann-Gemeinschaftsschule in Maichingen ließen sich jedenfalls von der Begeisterung anstecken und waren mit vollem Eifer bei der Sache.

Aufs Kreuz gelegt: Nur oberflächlich betrachtet rabiat ging es beim Judo zu. "Wir schaffen hier im Training mit- und nicht gegeneinander", schwor Thomas Schwitalla die Vorschüler der Kita Käthe Kollwitz ein. Gemeinsam mit Frixos Raidos demonstrierte er, worauf es bei der Kampfsportart ankommt und welche Gepflogenheiten gelten. Vor allem die Jungs konnten gar nicht genug davon bekommen, sich gegenseitig aufs Kreuz zu legen. "Voll cool", waren sich die Kinder hinterher einig. Dass sie gerade von zwei hauptamtlichen Trainer betreut wurde, war ihnen wohl nicht bewusst. Bei zwei Erstliga-Mannschaften gibt es jedenfalls eine Menge zu tun. "Mit den Frauen haben wir ja schon ein Jahr die Klasse gehalten. Das gleiche wollen wir jetzt mit den Männern schaffen, um uns dann langsam in der Tabelle nach vorne zu arbeiten", erklärt Schwitalla, der auf jede Menge Zuschauer hofft, wenn am 18. Mai beide Sindelfinger Teams gemeinsam ihre Heimkämpfe austragen.

Nie mit dem Fuß: Eine ausführliche Einführung in den Hockeysport bekamen die Kindern vom ehemaligen Jugendnationalspieler Herbert Gomez und Jona Meyer. Die aktiven Spieler der SV Böblingen erklärten sowohl Schutzausrüstung als auch die Beschaffenheit des Schlägers und ließen die Kids auf dem weichen Teppich gleich beim Eingang des Glaspalastes natürlich auch selbst den Ball führen. "Den dürft ihr niemals mit dem Fuß berühren, sonst pfeift der Schiedsrichter ein Foul", erklärte Gomez, der natürlich hofft, dass ein paar der Kinder auch mal im Training vorbeischauen.

erstellt von Sandra Langguth - Kreiszeitung Böblingen