Lindenmayer kann ihr Glück kaum fassen
  25.02.2015 •     Pressemitteilung

Leichtathletik: Trotz vieler Ausfälle holt der VfL Sindelfingen bei den deutschen Meisterschaften in Karlsruhe zwei Medaillen / Johannes Wiesner im Pech

Der Schluss der deutschen Meisterschaften der Leichtathleten war ein versöhnlicher. Am Ende sorgte Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer für eine überraschende Medaille in der Karlsruher Messehalle und beschönigte die Medaillenbilanz der Blau-Weißen erheblich. Nachdem viele Top-Athleten ausgefallen waren, übernahmen Lindenmayer und Kugelstoßer Tobias Dahm das Medaillengewinnen.

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Der VfL-Athlet war mit einem guten ersten Stoß in den Wettkampf eingestiegen. Nachdem er zuletzt mit der 19-Meter-Marke kämpfen musste, flog die Kugel nun deutlich darüber und landete bei 19,23 Metern. Hinter David Storl reihte sich Dahm damit auf Anhieb als Zweitplatzierter ein, so konnte es weitergehen. In Versuch Nummer zwei blieb der Kugelstoßer weiterhin locker und konnte sich steigern: 19,41 Meter wurden gemessen. Im dritten Durchgang dann klappte es noch besser. Tobias Dahm trat in den Ring und stieß seine Kugel mit einem lauten Schrei von sich. Beim Sindelfinger stets ein gutes Zeichen. Auch Dahms Mimik nach dem Versuch verriet: Er schien mit seinem Versuch zufrieden zu sein. Gemessen wurden starke 19,61 Meter. Damit blieb er unter seiner Hallenbestmarke, die er mit 19,76 Metern in Sassnitz aufgestellt hatte, konnte aber seiner Bestleistung und der Norm für die Hallen-EM (19,70 Meter) wieder näher kommen. Mit dem erfolgreichen Versuch fiel Druck vom 27-Jährigen ab, dessen großes Ziel die Hallen-EM in Prag und ein allererster Einsatz im Nationaltrikot ist.

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Vielleicht auch aus diesem Grund blieben die nächsten beiden Stöße des Top-Athleten durchwachsen. Nun war für den Sindelfinger Zittern angesagt. David Storl lag weit enteilt auf Platz eins, dahinter konnten dem Sindelfinger aber noch einige Kandidaten gefährlich werden und eine Medaille vor der Nase wegschnappen. Allen voran Christian Jagusch, der in der deutschen Bestenliste mit 19,87 Metern immer noch Platz zwei einnimmt. Gespannt schaute der Sindelfinger deswegen auf Jagusch’ sechsten und letzten Versuch, doch auch der war nicht weit genug. Nun wird sich der Kugelstoßer voll auf die EM-Vorbereitung konzentrieren.

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Was auf den vier Hallenrunden schief gelaufen war, wusste Patrick Oehler selbst nicht so recht. Aus taktischer Sicht leuchtete das Rennverhalten des Sindelfingers ein. Nach zwei Runden wurde ihm das Tempo zu langsam, er lief selbst an die Spitze und gab Gas, das restliche Feld folgte. Alles schien auf den entscheidenden Schlussspurt hinzudeuten, in dem Oehler durchaus schon seine Stärken zeigen konnte. Doch rund 100 Meter vor dem Ziel griffen die Konkurrenten in der Kurve an. Oehler wurde von Patrick Schönball eingeholte und war plötzlich geschlagen. Noch auf der Zielgeraden ließ er das restliche Feld vorbeiziehen und lief als Vorletzter seines Vorlaufs ins Ziel ein.

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Eine Panne gab es beim 60-Meter-Vorlauf von Johannes Wiesner. Der Sindelfinger startete auf Bahn sieben und hatte gleich zu Beginn Pech. Der Startblock rutschte bei seinem Start weg, der Sprinter lag von Anfang an hoffnungslos hinter dem Feld. Wütend riss sich der Athlet seine Startnummer von der Brust und hatte eine Menge Frust zu verdauen.

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Bronze zum Abschluss: Sabrina Lindenmayer erfüllte sich in einem der letzten Wettkämpfe der Meisterschaften ihren Traum von einer DM-Medaille. Nachdem Trainingskameradin Nadine Hildebrand in diesem Winter verletzungsbedingt fehlt, holte Lindenmayer die Kohlen aus dem Feuer. Schon der Start glückte, die ersten Hürden nahm die Sindelfingerin ohne Probleme und spürte stets Konkurrentin Carolin Dietrich neben sich. Cindy Roleder und Pamela Dutciewicz waren enteilt, zwischen den beiden lief der Kampf um die Bronzemedaille.

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Lindenmayer wusste um ihre Stärke auf den letzten Metern und riskierte beim Zieleinlauf alles. Die VfL-Athletin schmiss sich nach vorne, das Zielfoto zeigte: mit Erfolg. Knapp vor Carolin Dietrich hatte sich Lindenmayer die Bronzemedaille gesichert. So recht fassen konnte sie es aber auch noch nicht. „Caro hat zu mir gesagt, dass ich Bronze habe, ich habe es aber erst geglaubt, als ich das Zielfoto auf der Anzeigentafel gesehen habe“, sagt Lindenmayer. Sie schnappte sich damit ihre erste Medaille bei den Aktiven. Eine Medaille, die sie selbst nicht so recht auf der Rechnung hatte.

erstellt von szbz.de