Leichtathletik: Alexander Schwab läuft den Schmerzen davon
  28.09.2013 •     Pressemitteilung

Vor gut zwei Jahren schien für den damals 19-Jährigen alles wie am Schnürchen zu laufen. Trotz Knieproblemen, mit denen er sich noch vor Ostern herumplagte, konnte er gleich Mitte Juni in Rehlingen zum ersten Mal feiern. Der Mittelstreckler des VfL knackte die Norm für die Jugend-Europameisterschaften über seine Paradedistanz, die 1500 Meter.

Auch bei den älteren Junioren sorgte Schwab im Juni für Furore. Nur ein unglücklicher Sturz, wenige Meter vor dem Ziel, kostete ihn die verdiente Medaille bei den deutschen U23-Meisterschaften. Bei der Junioren-Gala in Mannheim sicherte sich Alexander Schwab dann endgültig sein Ticket für die Jugend-Europameisterschaften in Talinn. Ende Juli war es dann so weit: Ein ambitionierter Sindelfinger hatte seinen Auftritt im Deutschlandtrikot.

Als Vorlaufzehnter peilte Alexander Schwab für den Endlauf einen Platz unter den Top-Acht an. Doch im Finale kam alles anders: Der VfL-Athlet nutzte die Gunst der Stunde und gab in seinem 1500-Meter-Rennen Gas, ins Ziel spurtete er als überglücklicher Bronzemedaillengewinner. Völlig überraschend hatte sich Alexander Schwab in Bestzeit seine erste internationale Medaille gesichert.

Gut zwei Wochen später, bei den deutschen Jugendmeisterschaften hatte der Mittelstreckler dann weniger Glück. Er musste sich mit Silber und dem Vizemeistertitel zufriedengeben. Doch in Mannheim sorgte Schwab für einen versöhnlichen Abschluss der erfolgreichen Saison, mit einer neuen 800-Meter-Bestzeit von 1:48,48 Minuten verabschiedete sich der Sindelfinger und startete motiviert seine Vorbereitung für die Saison 2012.

Doch seitdem hat Alexander Schwab kein Glück mehr, es folgten zwei Jahre voller Verletzungsprobleme und Arztterminen. Alles begann mit einer Zerrung im Wintertrainingslager, es folgte ein Bänderriss im Fuß. Dann ging es für Alexander Schwab für ein Auslandssemester nach Amerika, wo prompt Oberschenkelprobleme auftraten.

Mit vielen Kräftigungsübungen und alternativem Training versuchte er seine Beschwerden in den Griff zu bekommen, alles blieb wirkungslos. Das VfL-Ass reiste sogar nach München, um sich in der Praxis von Dr. Müller-Wohlfahrt behandeln zu lassen. Doch die Schmerzen blieben. Immer wieder versuchte sich Alexander Schwab an ersten Laufeinheiten, musste dann aber wieder kürzertreten.

Erst in diesem Frühjahr schien ein vorsichtiger Aufbau des 21-Jährigen wieder möglich. Eigentlich wollte ich bei den deutschen U23-Meisterschaften laufen, aber dann ist mein Oberschenkel wieder schlechter geworden und mir ist die Zeit davongelaufen?, erzählt er. Bei den süddeutschen Meisterschaften Ende Juli konnte sich Alexander Schwab endlich einmal wieder im VfL-Trikot zeigen und trat mit der Staffel über 3x1000 Meter an.

Auf die deutschen Meisterschaften mit der Staffel musste ein halbwegs fitter Schwab dann wegen wichtiger Prüfungen an der Universität verzichten. ?Gegen Ende der Saison war ich endlich wieder fit, aber es hat einfach nicht gepasst und so konnte ich keinen Wettkampf machen, sagt Alexander Schwab, der seit seinem Sturmlauf in Mannheim 2011 auf seinen nächsten Einzel-Einsatz wartet.

Nun arbeitet der 21-Jährige intensiv an seinem Comeback. ?Bei mir ist alles in Ordnung, ich trainiere gerade mit leicht angezogener Handbremse, manchmal zieht mein Oberschenkel noch ein wenig, aber das ist normal.? Um seine Muskulatur locker zu halten, lässt sich der Sindelfinger physiotherapeutisch behandeln und arbeitet viel mit einer Blackroll. Derzeit stehen vor allem lange Ausdauereinheiten und allgemeine Kräftigung auf dem Trainingsplan. Sieben Mal pro Woche arbeitet Alexander Schwab an seiner Form, denn er will 2014 angreifen: ?In der Halle habe ich vor, ein, zwei Wettkämpfe zu machen, um wieder reinzukommen.

Und dann steht seine letzte Freiluftsaison bei den Junioren bevor. ?Mein Ziel sind natürlich die deutschen Meisterschaften, ich habe total Lust und will schauen, was so geht?, sagt Alexander Schwab, denn zwei Jahre Wettkampfpause sind für den Mittelstreckler mehr als genug.