Johanna Beyerle fehlen 50 Zentimeter
  17.02.2014 •     Pressemitteilung

Starke Leistungen boten die männlichen und weiblichen Stabhochspringer und zeigten einen spannenden Wettkampf. Juliane Schulze vom SSC Bad Sooden-Allendorf schraubte sich auf gute 4,05 Meter, Oleg Zernikel flog über 5,15 Meter. Auch im Dreisprung sorgte Annika Brockmann mit einer Weite von 13,05 Metern für einen starken Wettbewerb. Seit 2009 war keine Athletin der Altersklasse weiter gesprungen. Spannend war auch das Sprintfinale der männlichen Jugend. Es siegte Lucien Aubry, der im Zwischenlauf eine neue deutsche Jugend-Jahresbestleistung von 6,79 Sekunden aufgestellt hatte.

Auch der VfL Sindelfingen schickte sechs Starter und zwei Staffeln ins Rennen. Am Ende blieben überwiegend enttäuschte Gesichter. Die beste Platzierung sicherte sich Johanna Beyerle bei den angegliederten deutschen Winterwurfmeisterschaften. Die 16-Jährige startete mit guten Karten in ihren Diskuswurfwettkampf, der in der Altersklasse U18 ausgetragen wurde.

Bei milden Temperaturen boten sich den Werferinnen im Sindelfinger Floschenstadion optimale Bedingungen. ?Trotz leichtem Regen viel besser als im letzten Jahr, da war es richtig kalt?, sagt auch Beyerle. Und die Neu-Sindelfingerin stieg gleich mit einer richtig starken Leistung in den Wettkampf ein. Schon im ersten Versuch übertraf sie ihre bisherige Freiluftbestleistung um einen guten Meter. Der Diskus landete bei 43,07 Metern, Beyerle konnte jubeln.

Doch noch weiter wollte das Wettkampfgerät nicht mehr fliegen. Im vierten und fünften Durchgang konnte die VfL-Sportlerin zwar die 40-Meter-Marke übertreffen, musste sich aber schlussendlich mit ihren 43,07 Metern zufrieden geben. Was besonders bitter war: Das bedeutete den undankbaren vierten Platz, lange lag Beyerle auf Platz drei und hatte mit Bronze geliebäugelt. Nicht einmal fünfzig Zentimeter fehlten zur Medaille, die sich die Waiblingerin Alina Kenzel um den Hals hängen durfte.

?Natürlich ist es ärgerlich, dass ich Bronze verpasst habe. Und das auch noch so knapp. Aber mit meiner Bestleistung bin ich super zufrieden.? Zumal es sowieso erstaunte, wie fit sich Beyerle präsentieren konnte. In der Vorwoche hatte sie sich nämlich nicht nur mit einer Erkältung, sondern auch mit Oberschenkel- und Leistenproblemen herumplagen müssen. ?Das war wirklich katastrophal und dafür ist es toll gelaufen, aber ich habe das Gefühl, dass ich noch etwas weiter hätte werfen können. Ich bin heute leider immer links etwas abgeknickt?, ärgert sich Johanna Beyerle.

Enttäuschte packte Kugelstoßer Simon Bayer schon nach dem Vorkampf seine Tasche. Der VfL-Athlet konnte bei der U20 nicht überzeugen. Vier Zentimeter fehlten am Ende für eine Finalteilnahme und weitere drei Versuche. Mit 15,74 Metern startete Bayer in den Wettkampf. Über 16,26 Meter aus dem zweiten Durchgang kam er nicht mehr hinaus, fluchend verließ er nach jedem Durchgang den Kugelstoßring, hatte er sich doch eigentlich eine starke Weite und eine Medaille erhofft.

Umso bitterer, dass der Sindelfinger die Chance auf weitere Versuche verpasste und als Neunter ausschied. ?Bei mir hat heute technisch gar nichts mehr geklappt. Ich habe in allen Bereichen tolle Trainingswerte, aber kann sie nicht in Weite umsetzen?, sagt Simon Bayer. Der Grund ist für ihn klar: In drei Wochen stehen die schriftlichen Abiturprüfungen an. Die Schule mit dem Leistungssport zu vereinbaren fällt schwer, zumal der Kopf voller Lernstoff ist. ?Jetzt muss ich sehen, dass ich den Kopf frei bekomme. Im Sommer soll es besser werden?, sagt der 18-Jährige.

Auch im Diskuswurf klappte beim VfL-Athleten überhaupt nichts zusammen. Er schied nach drei ungültigen Versuchen aus.

Sechs Vorläufe musste Sebastian Neumann über die 60 Meter abwarten, ehe er selbst an die Reihe kam. Dann war es so weit. Der Sindelfinger startete gut aus dem Block und hielt mit der Konkurrenz mit. Seine 7,07 Sekunden reichten für den Einzug in die nächste Runde.

Der Zwischenlauf eine gute Stunde später verlief weniger erfolgreich. Im Eifer des Gefechts passierten Sebastian Neumann einige technische Fehler, die ihn wertvolle Zeit kosteten. ?Er hat den Start zwar gut erwischt, sich dann aber zu früh aufgerichtet. Hinten raus hat er dann über die Frequenz versucht an die anderen ranzukommen. Und das geht nie gut?, sagt Peter Wiesner.

Und so sprintete Neumann hauchdünn am Finale vorbei. Als Vierter kam er hinter dem Ulmer Manuel Eitel ins Ziel. Mit 6,99 Sekunden lieferte er eine gute Leistung ab, die aber eben nicht ganz reichte. Zwei hunderstel Sekunden fehlten für den Finaleinzug. ?Das ist natürlich sehr ärgerlich. Mit meiner Bestzeit wäre ich im Finale gewesen. Es war so knapp und die Zeit wäre drin gewesen?, sagt der 18-Jährige. ?Aber die starke Konkurrenz hat mich hinten raus leider abgelenkt und die letzten 20 Meter bin ich wirklich unregelmäßig gelaufen.?

Bei der Siegerehrung konnte sich die Sindelfingerin Johanna Beyerle über ihren vierten Platz schon wieder freuen.

Musste mit 16,26 Metern im zweiten Versuch enttäuscht die Tasche packen: Kugelstoßer Simon Bayer. Bilder: Drechsel

erstellt von szbz.de (Saskia Drechsel)