„Ich will auf jeden Fall ins Finale“
  06.03.2014 •     Pressemitteilung

Nadine Hildebrand hat in dieser Hallensaison Top-Leistungen gebracht. Bestleistungen wie am Fließband, der Gewinn des deutschen Meistertitels, sogar die Weltjahresbestzeit hatte die Sindelfinger Hürdensprinterin einige Wochen inne. Am Wochenende steht der Höhepunkt der Leichtathletik-Hallensaison an: die Hallenweltmeisterschaften im polnischen Sopot.

Die SZ/BZ hat mit der 26-Jährigen über ihre überragende Saison, die Finalchancen bei der WM und das Training unter Werner Späth gesprochen.

Sie hatten sich für die Hallensaison vorgenommen, die Acht-Sekunden-Marke zu knacken. Jetzt liegt Ihre Bestleistung bei 7,91 Sekunden. Nur eine Hunderstelsekunde langsamer waren Sie bei den deutschen Meisterschaften in Leipzig. Warum sind Sie zurzeit so schnell unterwegs?

Nadine Hildebrand: „Ich hätte selbst nie gedacht, dass ich in diesem Winter so schnell laufe. Ich hatte mir für die Halle eine neue Bestzeit vorgestellt und wäre damit glücklich gewesen. Ich glaube, mein Vorteil ist es, dass ich verletzungsfrei durch den Winter gekommen bin und vom letzten Jahr ein anderes Ausgangsniveau mitgebracht habe.“

Sie trainieren nun schon zweieinhalb Jahre unter Werner Späth. Wie wirkt sich das aus?

Nadine Hildebrand: „Ich profitiere ungemein von seiner früheren Arbeit als Sprinttrainer. Meine Sprintzeiten sind deutlich besser geworden. Er kennt sich unglaublich aus. Außerdem ist Werner in Wettkämpfen sehr gelassen, weil er schon so oft dabei war. Das überträgt sich auf mich.“

Auch Ihre Trainingseinheiten haben sich sicherlich verändert.

Nadine Hildebrand: „Ich mache auf jeden Fall mehr Umfänge. Natürlich habe ich auch nicht verlernt, was ich mir schon angeeignet habe, ich konnte ja schon davor Hürdenlaufen. Aber ich glaube, der Wechsel zu Werner war genau der richtige Reiz für mich.“

Der Wechsel zu Werner war der richtige Reiz für mich

Vor einem Jahr lief es bei Ihnen noch nicht so rund. Woran lag das?

Nadine Hildebrand: „Ich und Werner, wir haben zum einen etwas gebraucht, um uns aufeinander einzustellen. Außerdem habe ich Verletzungsprobleme mitgebracht und konnte teilweise überhaupt nicht nach Plan trainieren. Aber in diesem Jahr hat man ja gemerkt: Wenn ich verletzungsfrei trainiere, geht der Plan auf und wir ziehen nun rechtzeitig die Notbremse, bevor etwas ganz schlimm wird.“

Mit Sabrina Lindenmayer haben Sie eine starke Trainingskameradin, die immerhin Fünfte bei den deutschen Meisterschaften geworden ist. Ein Vorteil?

Nadine Hildebrand: „Alleine würde das Training nur halb so viel Spaß machen. Ich bin eher der Typ, der unter Konkurrenz besser läuft, auch im Training.“

Nun stehen die Hallenweltmeisterschaften vor der Tür, wie sieht Ihr Plan aus?

Nadine Hildebrand: „Am Mittwoch bin ich nach Sopot geflogen, viel trainiert habe ich in den Tagen davor sowieso nicht mehr. Ich habe mich eher ausgeruht und auf den Wettkampf konzentriert. Morgen geht es mit dem Vorlauf los. Der Zwischenlauf und der Endlauf wären beide am Samstag.“

Für den Endlauf werde ich wohl unter acht Sekunden laufen müssen

Ihr Trainer Werner Späth ist in Sopot ebenfalls dabei, obwohl eigentlich nur Bundestrainer mitreisen, warum das?

Nadine Hildebrand: „Mir zuliebe hat der Deutsche Leichtathletik-Verband Werner mitgeschickt. Die zweite deutsche Starterin Cindy Roleder hat immer beim Männer-Bundestrainer trainiert und der ist ja sowieso dabei. Deswegen habe ich die Möglichkeit bekommen, meinen Heimtrainer mitzunehmen. Das ist eine tolle Anerkennung von Werners Arbeit.“

Morgen steht der Vorlauf über die 60 Meter Hürden an. Was nehmen Sie sich vor?

Nadine Hildebrand: „Ich will auf jeden Fall ins Finale. Aber dafür muss ich erst mal den Vor- und Zwischenlauf gut überstehen. Für den Endlauf werde ich wohl unter acht Sekunden laufen müssen, das ist realistisch.“

Was trauen Sie sich konkret zu?

Nadine Hildebrand: „Bei den deutschen Meisterschaften bin ich ja auch nochmal eine 7,92 gelaufen und ich glaube, daran kann ich anknüpfen. Wenn ich das Finale erreiche und eine Zeit um meine Bestleistung laufe, bin ich zufrieden. Außerdem will ich nicht Letzte werden. Das ist das Ziel. Mehr zu erwarten wäre vermessen. Es werden wirklich starke Athletinnen mitlaufen.“

erstellt von szbz.de (Saskia Drechsel)