Familientreffen bei der Universiade
  29.06.2015 •     Pressemitteilung

Sie hat ihr größtes Saisonziel schon erreicht: Martina Schultze hat vor gut einer Woche beim Springermeeting im saarländischen Zweibrücken die Höhe von 4,40 Metern überquert und sich damit für die Universiade im südkoreanischen Gwangju qualifiziert. Dort wird sie auch ihren Bruder treffen.

Die Stabhochspringerin hat einen schwierigen Winter hinter sich. Eine Entzündung im Fuß behinderte sie im Training. Die Krafteinheiten waren kein Problem, läuferisch blieben Defizite. Deswegen trat Martina Schultze in der Hallensaison nicht in Erscheinung, konzentrierte sich ganz auf das Training, um im Freien durchstarten zu können.

Denn die Athletin hatte ein großes Ziel im Blick: die Universiade. Vor zwei Jahren war die Studentin bereits bei der Studenten-Olympiade angetreten und hatte tolle Erfahrungen gemacht. Im russischen Kazan erlebte sie tolle Tage und durfte sogar mit einer Medaille im Gepäck die Rückreise antreten.

„Ich konnte mir, bis ich in Kazan war, nicht wirklich vorstellen, was die Universiade überhaupt ist. Als ich dann aber dort war, war ich total überrascht, welches Niveau dort herrschte. Die Teams waren stark und die Stimmung war unbeschreiblich. Ich habe die Zeit dort unglaublich genossen“, erzählt Schultze begeistert.

Gerade das Flair hat es ihr damals angetan. „Das deutsche Team war eine große Unterstützung, beim Finale haben uns die Hockey-Jungs und andere mit Parolen angefeuert, so was habe ich in der Leichtathletik noch nie erlebt.“

Und so zeigte Martina Schultze auch einen herausragenden Wettkampf und schnappte sich mit 4,40 Metern den Vizetitel. Die Sportlerin nahm sich noch auf der Heimreise vor: „Ich möchte in zwei Jahren auf jeden Fall wieder an der Universiade teilnehmen.“

Außerdem motivierend: Seit etwa drei Jahren lebt Schultzes Bruder mit seiner Familie in Südkorea, rund drei Stunden von Gwangju entfernt. „Er hatte mir bereits im Voraus gesagt, dass sie zum Zuschauen kommen, wenn ich mich qualifiziere. Das hat mich natürlich besonders motiviert, da ich sonst meinen Bruder sehr selten sehe.“

Und so schuf die Stabhochspringerin hoch motiviert die Grundlage für eine gute Sommersaison: „Die Vorbereitung lief an sich super, ich fühle mich momentan so fit wie noch nie und auch im Training zeigt sich das“, sagt die Athletin des VfL Sindelfingen.

An der Norm für die Universiade von 4,40 Metern biss sich die Sindelfingerin allerdings lange die Zähne aus. Im letzten Jahr konnte Schultze 4,50 Meter überqueren, 2015 kam sie noch nicht an ihre persönliche Bestmarke heran. In den ersten Wettkämpfen steigerte sie sich auf 4,30 Meter, dann war zumeist Schluss.

In Zweibrücken platzte aber wie erhofft der Knoten. „Der Wettkampf lief super, ich hatte bereits bei der Anreise das Gefühl, dass ich die 4,40 Meter springen werde – ich habe bei den Wettkämpfen davor schon gemerkt, dass ich diese Höhe gut springen kann, war aber mental noch nicht dazu bereit.“

Mit dieser Einstellung reiste Martina Schultze zur Wettkampfstätte und stieg bei recht hohen 4,20 Metern ein. Die meisterte sie auf Anhieb und peilte dann direkt die entscheidende Höhe an. „Bei diesem Wettkampf wusste ich, ich muss die Norm heute springen, da ich sonst nur noch eine Chance hatte, und mir den Druck nehmen wollte“, erklärt Schultze.

Im dritten Versuch schwang sie sich über die Normhöhe und durfte anschließend jubeln. Für die Universiade in Südkorea wurde die Stabhochspringerin bereits nominiert, nun wird die Sindelfingerin zu keinem Wettkampf mehr antreten, sondern reist bereits am kommenden Mittwoch, 1. Juli nach Asien.

Dort hat sie dann die Möglichkeit noch einmal eine komplette Woche unter tollen Bedingungen zu trainieren und sich an das Umfeld zu gewöhnen. „Im Training möchte ich eigentlich nur die Sicherheit bei den Technikeinheiten verbessern. Bei allem anderen bin ich dort, wo ich gerne wäre und will dieses Level halten.“

Für die Universiade hat sich Martina Schultze vor allem vorgenommen, das Finale zu erreichen. „Ich möchte auf jeden Fall gerne beweisen, was ich kann, und so wie beim letzten Mal, schauen, wo mich das hinführt.“ In Kazan sprang dabei am Ende eine Medaille heraus.

erstellt von szbz.de