Erfolgreiche VfL-Athleten
  10.02.2014 •     Pressemitteilung

Peinliche Pannen und grenzenloser Jubel: Beides lag eng zusammen beim Stadtwerke Sindelfingen Hallenmeeting, das am Samstag im Glaspalast ausgetragen wurde.

Am späten Nachmittag ging es bei den Leichtathleten plötzlich Schlag auf Schlag. Zuerst stand das Finale über die 60-Meter-Strecke an. Der schnellste Läufer aus über 50 Teilnehmern im Männerwettbewerb wurde gesucht. Auch Lokalmatador Johannes Wiesner war im Endlauf mit dabei. Allerdings startete er etwas übermotiviert und verursachte prompt einen Fehlstart. Der VfL-Leichtathlet musste schon vor dem regulären Startschuss seine Sachen packen. Der Stuttgarter Alex Schaf rannte als Erster ins Ziel, hatte in der Ergebnisauswertung aber das Nachsehen. Seine Zeit und die des zweitplatzierten Felix Göltel konnten nicht ermittelt werden. Großes Pech für Schaf, der um die Erfüllung der Weltmeisterschaftsnorm kämpfte. Die Sindelfinger um Wettkampfkoordinator Dieter Locher entschieden sich, die Männer erneut antreten zu lassen.

Und wieder ging es nach dem Startschuss rund. Diesmal mit dem Sindelfinger Johannes Wiesner, der es aus Angst um einen erneuten Fehlstart diesmal etwas ruhiger angehen ließ. Alex Schaf enteilte wie gewohnt dem Feld und lief sich einen großen Vorsprung auf die restliche Konkurrenz heraus. Im Ziel blieben die Uhren dann auch für ihn stehen und zwar bei 6,59 Sekunden. Hallen-WM-Norm für den Stuttgarter, der sich über seinen Erfolg lautstark freute. Johannes Wiesner wurde in 6,94 Sekunden Fünfter, hatte aber schon im Vorlauf Grund zur Freude gehabt. Da lief er nämlich zu einer neuen Bestzeit von 6,90 Sekunden, das wäre sogar die Qualifikation für die deutschen Aktivenmeisterschaften gewesen, allerdings ganze zwei Wochen zu spät.

Auch für Sabrina Lindenmayer gab es Grund zum Jubeln. Die deutsche Studentenmeisterin bot der Top-Läuferin aus der Schweiz Lisa Urech schon im Vorlauf die Stirn. Über die 60-Meter-Hürden-Strecke liefen beide nebeneinander ins Ziel. Lindenmayer war mit 8,28 Sekunden einen Tick schneller. Im Endlauf kamen dann lediglich zwei Läuferinnen des Feldes ins Ziel, darunter die Siegerin Sabrina Lindenmayer. Vier andere scheiterten an den ersten Hürden und mussten das Rennen abbrechen, was für viel Diskussionsstoff sorgte. Anschließend sah man sich die Hürdenabstände noch einmal genau an und musste feststellen: Die Hürden waren nicht an der korrekten Markierung aufgestellt worden, sondern in erheblichem Abstand weiter hinten. Für Sabrina Lindenmayer kein Problem: ?Ich habe das gar nicht gemerkt, sondern habe mich nur ein wenig gewundert, warum ich zwischen den Hürden etwas langsamer bin?, sagte die Sindelfingerin, die die falsche Hürdenstrecke nur unwesentlich langsamer als den Vorlauf absolvierte.

Den Wiederholungslauf konnte Lindenmayer dann erneut in 8,30 Sekunden für sich entscheiden. ?Mit dem Vorlauf war ich zufrieden, beim letzten Lauf war mein Start schlecht. Mich ärgert es nur, dass ich immer fast dieselbe Zeit laufe. Bei den Deutschen will ich schneller sein?, hat sich die Hürdensprinterin vorgenommen.

Im Stabhochsprungwettkampf der Frauen zog Joana Kraft die Zuschauer in den Bann. Sie sprang sich wie in einen Rausch und überquerte eine lang ersehnte neue Bestmarke. Vier Jahre ist es nun her, seit Kraft den deutschen Jugendhallenrekord aufgestellt hat. Damals noch im Metzinger Trikot übersprang sie 4,45 Meter ? und erreichte seitdem nie wieder solch luftige Höhen. Am Samstag war das endlich wieder anders: Schon bei überquerten 4,31 Metern jubelte Kraft, dann ließ sie 4,41 Meter auflegen und scheiterte zwei Mal deutlich. Alles deutete auch auf einen dritten Fehlversuch hin, doch im letzten Anlauf flog die VfL-Athletin scheinbar mühelos über die Höhe. Dann wagte Joana Kraft den nächsten Schritt. Sie wollte eine neue Bestleistung und nahm sich einen Angriff auf die 4,46 Meter vor.

Und schon im zweiten Versuch war es soweit: Kraft schraubte sich in die Luft, überquerte die Latte und brach, kaum war sie auf der Matte gelandet; in Jubelschreie aus. ?Das war wirklich mal an der Zeit, endlich wieder ein Fortschritt, heute hatte ich ein tolles Gefühl?, freute sich die Sindelfingerin. Bei 4,51 Metern versagten nach den vielen Sprüngen allerdings die Kräfte. Schließlich hatte die Stabhochspringerin auch schon am Freitag in Zweibrücken einen Wettkampf absolviert. Mit ihren 4,46 Metern belegt Joana Kraft nun Platz drei der deutschen Bestenliste.

Goldmedaillen holten sich auch Johannes Bergdolt über 1500 Meter der Männer in 4:05,25 Minuten, Tamara Seer über die 200-Meter-Strecke in 24,50 Sekunden und über die 60-Meter-Strecke in 7,58 Sekunden oder Kugelstoßer Tobias Dahm. Er kam 18,90 Meter weit und wird sich nun weiter auf die deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig vorbereiten. Mit 5,20 Metern siegte Florian Gaul im Stabhochsprung, fühlte sich aber nach dem vorherigen Wettkampf in Zweibrücken (5,21 Meter) nicht mehr ganz frisch. Der Eltinger Tassilo Hackert steigerte sich im Hochsprung bis auf 2,09 Meter und holte ebenfalls Gold.

erstellt von szbz.de (Saskia Drechsel)