Elf Medaillen für den VfL Sindelfingen
  28.01.2014 •     Pressemitteilung

Neue Bestleistungen, starke Auftritte, aber auch Verletzungen. Beim VfL Sindelfingen war an diesem Wochenende alles mit dabei. Von den süddeutschen Meisterschaften kehrten die Blau-Weißen mit elf Medaillen im Gepäck aus Karlsruhe zurück.

Zu einem verlässlichen Medaillensammler ist dabei Kugelstoßer Tobias Dahm geworden. Schon in der Vorwoche bei den baden-württembergischen Meisterschaften triumphierte er gegen seinen früheren Vereinskameraden Marco Schmidt und siegte mit einem Stoß über 19 Meter. Ganz so weit wollte es eine Woche später dann nicht mehr gehen, dennoch stand Tobias Dahm wieder ganz oben auf dem Podest.

* * *

Mit seinen fünf gültigen Stößen bot der Sindelfinger eine gute Serie an, kein Versuch flog weniger als 18,70 Meter weit. Nur der ganz große Ausrutscher nach oben fehlte. Der Kugelstoßer holte sich mit 18,96 Metern aus dem vierten Versuch den Meistertitel, hätte aber auch mit jedem anderen gültigen Versuch gesiegt. „Der Titel war das Ziel, das habe ich erreicht. Aber der Wettkampf war leider anders als erwartet, technisch passt es noch nicht zusammen“, sagt Dahm, der noch an sich arbeiten will. „In dieser Woche waren meine Beine gut und das mit dem Oberkörper hat nicht geklappt, in der letzten Woche war es genau anders herum. Jetzt muss ich beides vereinen, dann wird es hoffentlich“. Zweiter wurde der erst 20-jährige Bodo Göder, der ehemalige Sindelfinger Marco Schmidt erwischte, wie schon bei den Landesmeisterschaften, keinen guten Tag, für ihn reichte es mit 18,37 Metern auf den vierten Platz. Sechster wurde VfL-Athlet Markus Reichle mit 15,34 Metern.

* * *

Gleich zwei Mal Gold gab es für Hürdensprinterin Nadine Hildebrand. Sie war schon am Samstag so schnell wie noch nie über die 60 Meter unterwegs. Um eine ganze Zehntel Sekunde steigerte sie ihre Bestleistung von der Vorwoche. In Vor- und Zwischenlauf siegte sie jeweils überlegen und qualifizierte sich direkt für das Finale. Dort ließ sie ihren Gegnerinnen nicht den Hauch einer Chance. Hildebrand stürmte in 7,29 Sekunden ins Ziel und hat damit zwar noch nicht die DLV-, trotzdem aber die IAAF-Norm für die Hallenweltmeisterschaften erfüllt.

* * *

Auch am Sonntag war Hildebrand in Rekord-Laune. Sie hatte sich schon vor einer Woche an selber Stelle die WM-Qualifikation über die 60-Meter-Hürden gesichert, nun konnte sie noch eins drauf setzen. Schon im Vorlauf durchbrach die VfL-Athletin die 8-Sekunden-Schallmauer. Bei überragenden 7,98 Sekunden blieb die Uhr stehen. So schnell war die Hürdensprinterin noch nie unterwegs. Im Finale holte sich Nadine Hildebrand dann mit unwesentlich langsameren 8,00 Sekunden den Sieg. In ihrem Sog startete auch Trainingskameradin Sabrina Lindenmayer durch. Sie gewann Silber in 8,36 Sekunden.

* * *

Im 60-Meter-Rennen ohne Hürden schlug sich Tamara Seer nicht schlecht. Sie war wie ihre Vereinskameradin durch Vor- und Zwischenlauf marschiert, hatte aber im knappen Zieleinlauf das Nachsehen. Ihre 7,62 Sekunden reichten für Platz fünf. Dafür durfte sie sich für ihre Leistung über die 200-Meter-Strecke eine Medaille umhängen lassen. Seer musste sich am Sonntag der Mannheimerin Nadine Gonska geschlagen geben und gewann in 24,46 Sekunden Silber.

* * *

Drei Sindelfinger erreichten bei den Männern den Zwischenlauf über die 60-Meter-Strecke. Johannes Wiesner trat nach kurzer Verletzungspause wieder in den Startblock und verpasste das Finale knapp. Mit 6,97 Sekunden schied er frühzeitig aus, eine Hundertstel Sekunde schneller, und der Endlauf wäre dem 19-Jährigen sicher gewesen. Romed Guischard wurde in seinem Zwischenlauf mit 7,02 Sekunden Sechster, Carsten Theurer schied mit 7,10 Sekunden aus. „Romed und Carsten sind im Rahmen ihrer Möglichkeiten geblieben. Den Sprung ins Finale haben sie aber leider verpasst“, ist Trainer Sebastian Marcard dennoch zufrieden.

* * *

Die letzte Sprinterin im Bunde, Eva Baur, musste wie schon letzte Woche auf einen Start verzichten. Sie hat sich eine schmerzhafte Bauchmuskelzerrung zugezogen und war zum Zuschauen verdammt.

* * *

Über die 400-Meter-Strecke zeigte Manuel Ilg einen starken Vorlauf und lief 48,40 Sekunden. Er verzichtete aber auf das Finale. VfL-Athlet Alexander Schif war schnell unterwegs, wurde dann aber ausgebremst: Ein hinter ihm laufender Sprinter ließ Schif stolpern, aus der Traum von einer Medaille im Finale. Einzig Jonas Kolzau trat im Endlauf über die zwei Hallenrunden an und wurde in 50,72 Sekunden Sechster. Ebenfalls Sechster wurde Johannes Bergdolt über 3000 Meter in 8:33,68 Minuten.

* * *

Seinen Salto-Nullo vom letzten Wochenende machte Florian Gaul wieder wett. Er flog am Samstag über gute 5,35 Meter, ließ seine Gegner hinter sich und holte sich den süddeutschen Meistertitel. „Florian ist gut drauf. Da werden wir in den nächsten Wochen noch Einiges sehen“, sagt VfL-Abteilungsleiter Markus Graßmann.

* * *

U18-Sprinter Deniz Almas hat zurzeit einen guten Lauf. Nach drei Medaillen bei den Landesmeisterschaften konnte er auch am Wochenende Silber über die Hallenrunde holen. Almas lief ein starkes Finale und war so schnell unterwegs, dass er im Ziel stürzte und sich eine Handgelenksprellung zuzog. Für seine 22,62 Sekunden gab es Silber. Trotz Verletzung trat er auch über die 60-Meter-Strecke an, hatte aber weniger Glück. Der Sprinter lief sich bis ins Finale, wo ihm der undankbare vierte Platz in 7,17 Sekunden blieb. Erneut in die Medaillenränge sprang sich auch Hannes Grolig. Zwar konnte er an diesem Wochenende nur 4,20 Meter überqueren, für Bronze reichte es dennoch.

* * *

Auch Vereinskameradin Joana Kraft überquerte im Stabhochsprung-Wettkampf der Frauen 4,20 Meter. Diese Höhe reichte ihr zum Sieg. Im Kugelstoßen der U18 dominierte Neu-Sindelfinger Eric Bundschuh nach Belieben. Er wuchtete seine Kugel auf eine neue persönliche Bestleistung von 18,33 Metern und siegte mit eineinhalb Metern Vorsprung. Auf seinen ersten Stoß über die angepeilte 19-Meter-Marke wartet er allerdings noch immer. Mit einer Goldmedaille schlossen die Sindelfinger die süddeutschen Meisterschaften ab. Jonas Kolzau, Patrick Saile, Romed Guischard und Patrick Oehler siegten über 4x400 Meter in 3:25,23 Minuten.

4,20 Meter: Mit dieser Höhe landete die Sindelfingerin Joana Kraft ganz oben.

erstellt von Saskia Drechsel