Ein Novum in der Sportlerwahl-Historie
  15.11.2013 •     Pressemitteilung

"Gäubote"-Sportlerwahl: Erstmals stehen zwei Athleten stimmengleich an der Spitze

Alle zwei Jahre werden die Gäu-Sportler des Jahres ausgezeichnet. Am gestrigen Donnerstagabend wurden die Sieger 2013 gekürt. Bei den Mannschaften setzten sich überlegen die Damen 30 des TC Herrenberg durch. Bei den Männern hatte der langjährige Handball-Torwart Tobias Barthold von der SG H2Ku Herrenberg die Nase vorn. Bei den Frauen teilten sich Kunstradfahrerin Selina Marquardt vom RV Oberjesingen und Sprinterin Eva Baur aus Poltringen den Titel. (Robert Stadthagen)

Knapp war es immer wieder, wenn die Stimmzettel der Wahl zu den Gäu-Sportlern des Jahres ausgezählt wurden. Stimmengleichheit hatte es zuvor aber noch nie gegeben. Dieses Kunststück haben in diesem Jahr die Kunstradfahrerin Selina Marquardt und die Leichtathletin Eva Baur vom VfL Sindelfingen geschafft. Beide hatten zum Abstimmungsende am Mittwoch um 24 Uhr 372 Stimmen auf dem Konto.

Die Prämien für die Einzelsportler stiftet traditionell die Stadt Herrenberg. Und dort wurde auf den Stimmen-Gleichstand schnell und im Sinne der Sportlerinnen reagiert. Natürlich hätte man auch die Prämien für die Plätze eins und zwei in einen Topf werfen können und dann je die Hälfte an die beiden Siegerinnen ausschütten können. Doch auf dem Herrenberger Rathaus entschloss man sich für eine andere Variante. Sowohl Baur als auch Marquardt bekamen von Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler einen Scheck in Höhe von 375 Euro überreicht.

Auf dem dritten Platz durfte sich Kunstradfahrerin Lena Günther über ein Preisgeld in Höhe von 125 Euro freuen. Sie hatte in den vergangenen vier Wochen über die Stimmzettel aus dem "Gäubote" und das Internet-Voting insgesamt 293 Stimmen gesammelt. Die Nufringer Judoka Katja Stiebeling vom JC Herrenberg landete mit 266 Stimmen auf dem vierten Rang und die Radsportlerin Gloria Eisenbeis vom RSV Öschelbronn wurde mit 222 Stimmen Fünfte unter den nominierten Sportlerinnen.

So knapp wie bei den Frauen war es bei den Männern nicht, aber auch die zehn Stimmen, die hier am Ende zwischen Platz eins und zwei lagen, sind auf den Abstimmungszeitraum von vier Wochen bezogen ein minimaler Unterschied. Die Nase vorne hatte mit 364 Stimmen Tobias Barthold. Sein Sieg zeigt, welch große Sympathien der langjährige Handball-Torwart der SG H2Ku Herrenberg im Gäu genießt. Er hatte im Sommer seine aktive Karriere beendet, ist aber als Torwart-Trainer nach wie vor Teil des Drittliga-Teams. Zudem springt er ein, wenn Not am Mann ist. Barthold durfte sich über den 375 Euro schweren Siegerscheck aus den Händen von OB Sprißler freuen.

Mit 354 Stimmen landete auf Rang zwei Motorsportler Sebastian Asch aus Altingen. 250 Euro durfte er als Prämie mit nach Hause nehmen. Über die 125 Euro für Platz drei freute sich der Leichtathlet Philipp Pflieger. Der in Regensburg wohnende Athlet befindet sich derzeit in der Vorbereitung auf den Ekiden-Marathon in Japan und wurde deshalb von seinen Eltern vertreten. Den vierten Platz belegte der Golfer Ryan Lloyd vom GC Domäne Niederreutin, Rang fünf der Schütze Marian Lutz vom SV Bondorf.

Richtig voll wurde es auf der Bühne bei der Ehrung der Mannschaften. Es waren ausschließlich Frauen, unter denen das von der Kreissparkasse Böblingen gestiftete Gesamtpreisgeld in Höhe von 1 500 Euro verteilt wurde. Den größten Batzen schnappte sich das Team der Damen 30 des TC Herrenberg, das sich mit 398 Stimmen deutlich von der Konkurrenz absetzte. Die 750 Euro Siegerprämie dürften für ein Mannschaftsfest reichen oder als Grundlage für einen Ausflug dienen.

Ein starkes Trio des Talentzentrums des SV Bondorf durfte sich über den zweiten Platz und 500 Euro freuen. Lisa Kellermann, Franziska Mast und Judith Wagner holten als DM-Goldstaffel 351 Stimmen und Platz zwei. Die 250 Euro Prämie für den dritten Rang gingen an die Jazz-and-Modern-Dance-Formation Young Explosion des 1. TSC Schwarz-Rot Herrenberg. Das Team lag mit 339 Stimmen knapp hinter Rang zwei. Die Gäu-Mannschaft des Jahres 2011, die Radballer Uwe Berner und Matthias König landeten in diesem Jahr mit 302 Stimmen auf dem vierten Rang, Fünfte wurden mit 197 Stimmen die Faustball-Frauen des TSV Gärtringen.

Bevor die Sportler ausgezeichnet wurden, bekamen die über 200 Besucher im Foyer der Herrenberger Kreissparkasse einen interessanten Einblick in die Karriere und das Leben von Stargast Jochen Wollmert. Der 48-Jährige ist eine Paralympics-Legende. Von Geburt an mit versteiften Fuß- und Handgelenken gehandicapt, stand der mehrfache Goldmedaillen-Gewinner zuletzt im vergangenen Jahr in London ganz oben auf dem Treppchen. Ebenso beeindruckend wie seine Medaillensammlung aber ist die Art und Weise, mit der er Menschlichkeit und Fairplay im Spitzensport lebt. Für sein vorbildliches Verhalten in London wurde Wollmert in diesem Jahr als erster Tischtennisspieler und erster Behindertensportler vom Internationalen Komitee für Fair Play (CIFP) mit dem Baron-de-Coubertin-Award ausgezeichnet - die weltweit höchste Auszeichnung für faires Verhalten im Sport. Einen ausführlichen Bericht über den Auftritt von Jochen Wollmert und mehr zur Sportlerwahl lesen Sie in der Samstagausgabe.