Dreimal Edelmetall für den VfL Sindelfingen
  24.02.2014 •     Pressemitteilung

Mit der überraschenden Ausbeute von drei Medaillen sind die Leichtathleten des VfL Sindelfingen von den deutschen Hallenmeisterschaften zurückgekehrt. Nadine Hildebrand, Tobias Dahm und Florian Gaul sorgten für das erhoffte Edelmetall in der Leipziger Arena.

Bei ihrem ersten Auftritt musste Nadine Hildebrand noch nicht gegen die ganz schnelle Konkurrenz antreten. Mit 8,10 Sekunden qualifizierte sie sich überlegen für das Finale, fand aber noch viel, was es zu verbessern gäbe. „Ich habe mir vorgenommen bei allem Druck locker zu laufen, bin am Ende aber wohl etwas zu spannungslos gewesen.“ Im Finale stand Hildebrand dann ihrer schärfsten nationalen Konkurrentin Cindy Roleder gegenüber. Die Leipzigerin konnte bei den Meisterschaften von ihrem Heimspiel profitieren und auf die Unterstützung der Leipziger Fans bauen.

Dennoch schoss Nadine Hildebrand beim 60-Meter-Hürden-Finale als Erste aus dem Startblock. Auch Cindy Roleder drückte mächtig aufs Tempo und kam der Sindelfingerin näher. Beim Zieleinlauf lagen die beiden fast gleichauf, nur wenige Zentimeter entschieden über die Medaillenverteilung. Wieder hatte Nadine Hildebrand die Nase vorne und jubelte über Gold. Bereits zum dritten Mal ist die VfL-Sportlerin deutsche Hallenmeisterin geworden, so schnell war sie dabei aber noch nie unterwegs: Bei 7,92 Sekunden blieb die Uhr stehen, die zweitbeste 60-Meter-Hürden-Zeit in der Karriere der Sindelfingerin.

Hinter ihr lief Cindy Roleder in 7,95 Sekunden zur Bestleistung und knackte die Norm für die Hallen-WM. „Ich hätte nicht gedacht, dass Cindy so nah rankommt. Mit meinem Rennen bin ich super zufrieden, es ist meine zweitschnellste Zeit überhaupt und den Titel wollte ich unbedingt verteidigen“, sagt Nadine Hildebrand, für die es am Wochenende gleich weiter zum nächsten großen Wettkampf geht. Das Hallen-ISTAF in Berlin steht an und dann geht es auch schon zur Hallen-WM nach Sopot.

Stabhochspringer Florian Gaul überraschte mit seiner Silbermedaille nicht nur die Sindelfinger Anhänger. Schon bei 5,30 Metern begann das Zittern: Erst im dritten Versuch meisterte Gaul die Höhe – und das ziemlich knapp. Dann ging es weiter mit 5,40 Metern. Eine Höhe, die der VfL-Athlet in diesem Winter erst einmal übersprungen hatte, im zweiten Durchgang kein Problem. Für Jubel sorgte Gaul mit seinem ersten Versuch über 5,50 Meter. Ohne Probleme überflog er die Höhe, die gleichzeitig eine neue Bestleistung bedeutete. Das machte ihm kein weiterer Springer nach. Die anderen versuchten sich gleich an 5,60 Metern und scheiterten einer nach dem anderen. Nur Malte Mohr übersprang die Höhe. Auch Florian Gaul konnte sie nicht bezwingen, mit der zweitbesten Leistung des Tages holte er sich dennoch Silber und das mit einer Vorbereitung, die alles andere als optimal verlief. „Ich hatte diese Woche starke Rückenprobleme, noch gestern dachte ich, dass ich nicht starten kann.“ Über Silber wunderte sich selbst Florian Gaul: „Ich hätte nie gedacht, dass es für eine Silbermedaille reicht, heute hatte ich Glück und einen guten Sprung über die 5,50 Meter.“

Tobias Dahm hatte keine gute Laune: Stinksauer stiefelte der Sindelfinger davon, dabei hatte er mit seinem Silbermedaillen-Gewinn alle Erwartungen erfüllt – die eigenen aber wohl am wenigsten. Es war ein spannender Kugelstoßwettkampf, abgesehen von der Vergabe der Goldmedaille, denn die hatte David Storl schon nach seinem ersten Stoß über 20,18 Meter sicher. Dahinter kämpften die Athleten um die weiteren Medaillen und Tobias Dahm war am Verzweifeln. Technisch wollte nichts zusammenpassen: 19,50 Meter wollte der Zwei-Meter-Mann auf jeden Fall übertreffen, auch mit den 20 Metern hatte er geliebäugelt. Mit 17,91 Metern aber startete er in den Wettkampf. Danach wollte die Kugel einfach nicht weiter fliegen. Nach drei Versuchen lag Dahm nicht einmal auf einem Medaillenplatz, Hendrik Müller und der Stuttgarter Tobias Hepperle hatten weiter gestoßen. Der fünfte Durchgang sorgte dann für Erleichterung. Dahm beförderte sein 7,26 Kilogramm schweres Wettkampfgerät auf 19,18 Meter, lag endlich auf Silberkurs, an die erhofften Weiten kam er dennoch nicht mehr heran. „Die Platzierung ist ok, aber meine Leistung war mies“, so der kurze Kommentar.

Weitere vier Endkampfplatzierungen gingen auf das Konto der Sindelfinger Athleten. Trotz Verletzungsproblemen überquerte Victoria von Eynatten 4,26 Meter und wurde Siebte. Sabrina Lindenmayer belegte im Hürdenfinale Platz fünf und lief bereits zum vierten Mal 8,28 Sekunden schnell. Im Finale stand auch 800-Meter-Ass Patrick Oehler, der mit 1:53,47 Minuten Siebter wurde und 400-Meter-Läufer Manuel Ilg. Er sprintete in 48,08 Sekunden auf Platz vier.

erstellt von szbz.de (Saskia Drechsel)