DM Ulm: Nadine Hildebrand ist nicht zu stoppen
  28.07.2014 •     Pressemitteilung

Ein wahres Spektakel waren die deutschen Leichtathletikmeisterschaften, die am Wochenende in Ulm stattfanden. Großen Unterhaltungswert boten vor allem die schnellen Kurz- und Hürdensprints auf der Zielgeraden. Bestzeiten wurden reihenweise pulverisiert. Mittendrin: die Leichtathleten des VfL Sindelfingen. Drei Medaillen konnten im Ulmer Donaustadion errungen werden, eine wurde schon am Freitag auf dem Münsterplatz verteilt.

Es war der Tag von Nadine Hildebrand. Zwei Mal trat die 26-jährige Sindelfingerin am Samstag in die Startblöcke, zwei Mal erreichte sie das Ziel in neuer Bestzeit. Die Hürdensprinterin des VfL nutzte die idealen Windverhältnisse und die schnelle Bahn im Donaustadion für zwei Rekord-Läufe. Schon im Vorlauf stürzte Hildebrand jubelnd ins Ziel. Mit der Leipzigerin Cindy Roleder hatte sie sich ein spannendes Duell geliefert, das beide Athletinnen zu schnellen Zeiten anspornte. Bei 12,76 Sekunden blieb die Uhr auf der Anzeigetafel stehen, so schnell war Hildebrand noch nie gelaufen, entsprechend lautstark fiel der Jubel aus.

Dass die Sindelfingerin im Vorlauf aber noch nicht alle Körner verschossen hatte, zeigte sich im Finale. Im Duell mit Franziska Hofmann und Cindy Roleder bekamen die Zuschauer ein enges Rennen zu sehen. Erneut war Hildebrand nicht zu schlagen. Die ersten fünf Athletinnen waren mit einer neuen Bestzeit ins Ziel gekommen. Allen voran Nadine Hildebrand, die ihre Bestmarke erneut pulverisierte und bei 12,71 Sekunden angekommen ist. Erfolgreich verteidigte die Sindelfingerin ihren deutschen Meistertitel und stellte sogar den Meisterschaftsrekord ein. ?Das war Wahnsinn. Wer möchte nicht bei den Deutschen Bestleistung laufen. Den Start habe ich aber nicht wirklich gut getroffen?, sagt Hildebrand. Nun steht für sie die Vorbereitung auf die Europameisterschaften in Zürich an. Am 13. August ist es soweit.

Für die Medaillen-Überraschung sorgte am Samstag Martina Schultze. Die Stabhochspringerin nutzte die Gunst der Stunde und schnappte sich Bronze, nachdem drei deutsche Top-Springerinnen verletzungsbedingt ihren Start absagen mussten und sich Katharina Bauer einen Patzer bei 4,30 Meter leistete. Bei 4,10 Metern stieg die Sindelfingerin in den Wettkampf ein und überquerte die Höhe problemlos. Dann versuchte sie sich nach längerer Wartepause an den 4,30 Metern. Das ging zwei Mal schief, im dritten Versuch passte dann aber alles zusammen und Schultze konnte als eine von vier Springerinnen die Höhe überqueren. 4,40 Meter waren aber zu hoch für Schultze, hier riss sie drei Mal, Bronze war ihr dennoch sicher. ?Ich hatte die Bronzemedaille immer im Auge, ich wusste ja, dass hier Viele fehlen werden?, sagt Schultze. ?Es wäre toll gewesen, die Norm für die Europameisterschaften von 4,50 Metern zu springen, dann wäre ich dabei gewesen. Aber mental bin ich total platt?, sagt Schultze.

Die erste Bronzemedaille für den VfL Sindelfingen wurde schon am Freitag erkämpft. Tobias Dahm schlug im Kugelstoßen zu. Erstmals wurde auf dem Ulmer Münsterplatz ein Kugelstoßring aufgebaut und Tribünen errichtet. Gestoßen wurde auf Rollrasen, über 4000 Menschen feuerten die Sportler an. Tobias Dahm blieb allerdings unter seinen Möglichkeiten. Fest hatte er sich vorgenommen die 20-Meter-Marke anzugreifen und sich ein EM-Ticket zu sichern. Am Ende blieb dem Sindelfinger der dritte Platz. Sein weitester Stoß wurde mit 19,62 Metern gemessen.

Für Medaille Nummer vier sorgte das Staffelquartett des VfL Sindelfingen am Samstag mit den Erfolgen vom Vortag im Rücken starteten Sabrina Lindenmayer, Ida Mayer, Tamara Seer und Eva Baur über 4 x 100 Meter. Die Staffelläufe wurden in Zeit-endläufen ausgetragen. Erst wenige Minuten vor dem Rennen war klar, in welcher Aufstellung die VfL-Athletinnen starten würden. Nadine Hildebrand fiel aufgrund leichter Muskelprobleme nach dem anstrengenden Hürden-Finale aus. Startläuferin Sabrina Lindemayer war schnell unterwegs und übergab an Ida Mayer. Die wechselte auf Tamara Seer, die letzte Station war Eva Baur. Noch nie hatten die beiden Sindelfingerinnen ihren Wechsel geprobt, in Ulm klappte er nicht ganz reibungslos, aber er klappte. Eva Baur stürmte an Position drei ins Ziel, das Staffelquartett stellte die eigene Bestleistung ein und gewann Bronze mit 45,13 Sekunden. Schlussläuferin Eva Baur freut sich über Edelmetall: ?Unser Ziel war eine Medaille. Wir haben die Chance gehabt und genutzt.?

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