Die letzte Hürde trübt starken WM-Auftritt
  10.03.2014 •     Pressemitteilung

Schon am vergangenen Mittwoch machte sich Nadine Hildebrand auf den Weg zur Hallen-WM. Mit dabei war Trainer Werner Späth, der mit dem Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbands reisen durfte.

Ihre Ziele hatte die Hürdensprinterin schon im Vorfeld verlauten lassen. Einen Platz im Finale wollte sie haben, eine schnelle Zeit sollte in Sopot ebenfalls herausspringen. Schließlich hat die Sindelfingerin schon vor den Weltmeisterschaften viele starke Wettkampfleistungen gezeigt. Zeiten unter der Acht-Sekunden-Marke scheinen für die 26-Jährige in dieser Saison kein Problem zu sein.

Sogar die Weltjahresbestleistung hatte Hildebrand mit ihrer neuen Zeit von 7,91 Sekunden einige Wochen inne. Im Kampf gegen die besten Hürdensprinterinnen der Welt war die Ausgangsposition der deutschen Hallenmeisterin von Leipzig also nicht die schlechteste.

Am Freitagabend stand dann der Vorlauf über die 60-Meter-Hürden-Strecke an und Nadine Hildebrand tat das, was ihr in der laufenden Saison schon so oft gelungen war: Sie ließ sich von der Atmosphäre der großen Meisterschaften nicht einschüchtern und rannte mit einer schnellen Zeit ins Ziel. Bei 7,98 Sekunden blieb die Uhr stehen.

Als Zweitplatzierte des zweiten Vorlaufs musste sie sich nur der Italienerin Marzia Caravelli geschlagen geben. Das erste Ziel der Hallen-WM konnte Nadine Hildebrand also schon im Vorlauf abhaken: Eine schnelle Zeit war sie gelaufen, die Acht-Sekunden-Marke hatte sie unterboten. Der Zwischenlauf am Samstag konnte kommen. Im zweiten von zwei Halbfinals ging es für die Sindelfingerin dann gegen die schnellsten Hürdensprinterinnen der Welt. Doch Hildebrand behauptete sich erneut. Sie zeigte einen sicheren Lauf, nach dem Zieleinlauf folgte der gespannte Blick auf die Anzeigetafel und anschließend die Bestätigung: Die Sindelfingerin hatte sich mit ihrem dritten Platz sicher für das Finale qualifiziert und ihr großes Saisonziel erreicht.

Ihr Ergebnis von 7,96 Sekunden spricht für sich und zeigt die große Sicherheit und Konstanz, mit der die Sindelfinger Athletin in dieser Saison ihre Leistung bringt. Am Samstagabend hatte Hildebrand schließlich ihren dritten Einsatz bei den Hallen-Weltmeisterschaften. Gemeinsam mit der deutschen Vizemeisterin Cindy Roleder ging es im Endlauf darum, eine gute Platzierung herauszulaufen.

Auf den Startschuss regierte Nadine Hildebrand schnell, gut liefen auch die ersten Meter. Bis zur letzten Hürde lag die Sindelfingerin auf einer guten Position und zeigte ein tolles Rennen. Dann passierte das Unglück: An der letzten Hürde scheiterte die 26-Jährige. Die Sindelfingerin blieb am Hindernis hängen und konnte sich gerade so noch ins Ziel retten, ohne zu stürzen.

Mit einer Zeit von 8,02 Sekunden belegte sie Platz sieben, überraschende Siegerin wurde die US-Amerikanerin Nia Ali in 7,80 Sekunden. Eine tolle Platzierung, ein Platz in der Weltspitze im Hürdenlauf, mit der Hildebrand noch vor wenigen Monaten niemals gerechnet hätte. Doch die Sindelfingerin weiß, da wäre mehr drin gewesen.

„Einerseits ist es super, dass ich im Finale war. Das wollte ich unbedingt. Aber es ist dennoch bitter: Ich habe vorher so konstant Zeiten unter acht Sekunden angeboten und dann geht dieser eine Lauf, und da auch noch die letzte Hürde, in die Hose. Das war ein blöder Fehler“, ärgert sich Hildebrand über ihren Strauchler kurz vor der Ziellinie, der entscheidende Zeit gekostet hatte und letztlich Platz sieben bedeutete.

„Ich bin gut rausgekommen. Mein Start war sehr gut. Aber ich vermute, dass ich dann viel zu dicht an die letzte Hürde gelaufen bin und mit Schwung und Nachziehbein und allem, was ich hatte, voll hängen geblieben bin.“ Dennoch hatte die Athletin Glück im Unglück. Zu Fall brachte sie die letzte Hürde nicht, über die Ziellinie kam sie unbeschadet und ihre Ziele hat Nadine Hildebrand bei den Hallenweltmeisterschaften auch so erreicht.

Einzug in das Weltmeisterschafts-Finale, Zeiten unter acht Sekunden, nicht Letzte werden, das hatte sich die Sindelfingerin vorgenommen. Und so blickt Hildebrand auch positiv nach vorne. „Die Form ist da und die nehme ich mit nach draußen. Darauf lässt sich aufbauen“, so Nadine Hildebrand.

Die siebtschnellste Frau der Welt über die 60 Meter Hürden: Die Sindelfingerin Nadine Hildebrand verkauft sich bei der Hallen-Weltmeisterschaft in Sopot teuer. Bild: Iris Hensel

erstellt von szbz.de (Saskia Drechsel)