Der Sindelfinger Lars Böttinger wird Zweiter in Köln
  12.08.2015 •     Pressemitteilung

Nachdem mit Max Behrendt der schnellste Sindelfinger Schüler kurz vor den deutschen Meisterschaften der U16 in Köln mit einer Knieverletzung passen musste, war das auch das Aus für die 4x100-Meter-Staffel. Es blieb nur noch Hammerwerfer Lars Böttinger als Teilnehmer des VfL bei dieser Veranstaltung übrig. Doch der brachte eine Silbermedaille nach Hause. Doch richtig freuen konnte er sich darüber nicht.

Pech für Lars Böttinger war, dass sein Hammerwurftrainer wegen der Teilnahme an den gleichzeitig stattfindenden Senioren-Weltmeisterschaften nicht dabei sein konnte. Die Bedingungen im Vorfeld waren also nicht optimal, obwohl bei kleinen Trainingseinheiten an den Tagen kurz vor dem Wettkampf sowohl Timing als auch Weiten der Würfe stimmten.

Bereits die Nacht auf Samstag war aber nicht sehr erholsam, da gegenüber dem Hotel eine Szenekneipe lag mit ordentlich Betrieb. Mit nahendem Wettkampf stieg die Nervosität. Im Stadion war auch einiges anders als bei den üblichen Wettkämpfen. Callroom, zwei Startnummern und nur zwei Einwürfe sorgten bei allen Teilnehmern für weitere Nervosität.

Die Einwürfe des 15-jährigen Sindelfingers waren sehr gut im Sektor und deutlich weiter als die der Konkurrenz. Pünktlich um 13 Uhr musste er als Erster werfen und eröffnete damit den sportlichen Teil der deutschen Meisterschaften. Er warf übervorsichtig und erzielte 52,98 Meter.

Zur Überraschung lag Lars Böttinger damit nach dem ersten Durchgang vorne. Abgesprochen mit seinem Trainer war, dass ab dem zweiten Durchgang zugelegt wird, was er auch machte. Aber wie zu befürchten, kam er beim Abwurf nach vorne und der Hammer knallte ins Netz. Das nutzte der Berliner Tomann und warf überraschend eine persönliche Bestleistung mit 58,16 Metern und auch der Saarländer Moll erreichte mit 55,30 eine neue Bestleistung.

Beim dritten Versuch flog der Hammer von Böttinger nahe an die 60-Meter-Grenze allerdings knapp außerhalb des Sektors. Nach dem dritten Durchgang wurde die Reihenfolge gewechselt, Böttinger fand sich auf Platz drei und warf aber immer noch als Erster der drei Führenden.

Im vierten Versuch flog sein Hammer trotz Fehler bei den Drehungen und im Abwurf auf 56,96 Meter. Moll warf direkt nach dem Sindelfinger 56,81 Meter und lag ganz dicht hinter ihm. Im fünften Durchgang landete Böttingers Hammer erneut im Netz, seine Nervosität wuchs weiter.

Zum Glück konnte der Saarländer Moll den Sindelfinger nicht erreichen, während der Berliner sich auf 58,50 Meter verbesserte. Ein letzter Versuch blieb den Teilnehmern.

Der Sindelfinger wollte jetzt alles wissen. Der Hammer landete jenseits der 60 Meter, aber Lars Böttinger konnte sich nicht halten und trat über. Maßlos enttäuscht saß er auf dem Boden und brauchte Zeit, um sich aufzurappeln. Der Traum vom Sieg war ausgeträumt. Nachdem sich Moll nicht verbessern konnte, blieb „nur“ der zweite Platz.

Das Gefühl Zweiter zu sein begleitet ihn nun schon die gesamte Saison. Bei fünf Wettkämpfen des Deutschen Junioren Cups wurde er stets von seinem Dischinger Dauerrivalen Burger mehr oder weniger knapp geschlagen, ebenso bei den süddeutschen Meisterschaften.

Beide führen klar die deutsche Bestenliste M15 an und sind die einzigen Hammerwerfer des Jahrganges, die weiter als 60 Meter geworfen haben und das mehrfach.

erstellt von szbz.de