Der nächste Karriere-Schritt in Leipzig
  18.10.2017 •     Pressemitteilung

In der vergangenen Saison hat er einen unglaublichen Leistungssprung gemacht und ist in die erweiterte deutsche Spitze gesprintet. Deniz Almas hat ein Spitzen-Jahr hinter sich, in dem er neben einer bärenstarken neuen Bestzeit von 10,33 Sekunden auch den U23-Europameister-Titel mit der deutschen Staffel holte. Um seine nächsten Ziele erreichen zu können, hat der 20-Jährige nun einen großen Schritt gewagt.

Im Jahr 2012 wechselte Deniz Almas aus Calw zum VfL Sindelfingen und begab sich unter die Fittiche von Trainer Peter Wiesner. Mit einer Bestzeit jenseits der 11-Sekunden-Marke ausgestattet, entwickelte sich der Sportler prächtig. In einer starken Sprintergruppe um Johannes Wiesner oder Sebastian Neumann war die Konkurrenz, aber auch der Ansporn groß. „Ich bin damals aus Calw weg, weil ich Leute vor mir brauche, von denen ich im Training auf die Fresse bekomme“, erinnert sich der Sportler an seine Beweggründe und siehe da: Schon zwei Jahre später konnte Almas erstmals die 11-Sekunden-Marke unterbieten. Und schraubte seine Bestzeit im Jahr 2014 auf 10,82 Sekunden. Der absolute Durchbruch gelang aber im Sommer dieses Jahres. Schnell war Almas in die Saison gestartet. In Nagold steigerte er seine Bestleistung und das bei nass-kaltem Wetter. Die Erwartungen waren groß, aber dann musste Almas eine verletzungsbedingte Pause einlegen. Doch wieder zurück auf der Laufbahn pulverisierte er seine Bestleistung im Wochentakt. In Mannheim lief der Sindelfinger in bisher unerwartete Sphären vor. Bei idealem Wind wurden 10,33 Sekunden gestoppt. Eine Zeit, die ihm Platz acht in der deutschen Bestenliste sicherte und die Spitzenposition in Baden-Württemberg. Auch seinen Staffelplatz in der U23-Mannschaft hatte er sicher, war innerhalb eines Jahres vom Wackelkandidaten zum Leistungsträger gewachsen und holte gemeinsam mit der deutschen Nationalmannschaft bei der U23-EM in Polen Gold. Doch Deniz Almas hat noch nicht genug: Langfristig will er in die Aktivenstaffel und an internationalen Meisterschaften teilnehmen. „Ich weiß, dass was drin ist. Ich denke, nach der WM in Berlin werden viele ihre Karriere beenden und der Weg ist frei.“ Die Träume sind groß und genau deswegen hat der 20-Jährige nach langen Diskussionen mit Trainer Peter Wiesner und dem Bundestrainer im Spätsommer beschlossen, den nächsten Schritt zu gehen. „Ich habe die Chance bekommen, in Leipzig unter dem Bundestrainer Ronald Stein und in einer super Trainingsgruppe zu trainieren. Ich will mir nicht in zehn Jahren sagen, ich hätte noch viel schneller laufen können, habe es aber nicht versucht“, sagt Almas. Schon die Saison über hatte er mit dem Gedanken gespielt, einen Neuanfang zu wagen und neue Impulse im Training zu setzen. „Peter hat mich dort hingebracht, wo ich jetzt bin. Er ist ein toller Trainer und hat alles richtig gemacht, sonst würde ich nicht so schnell laufen“, sagt der Sprinter. Aber wie schon vor fünf Jahren weiß er auch: „Entweder bin ich der eine, der in Sindelfingen vorneweg läuft oder ich laufe in Leipzig hinterher und beiße mich ran.“ In einer Trainingsgruppe mit Roy Schmidt oder Sven Knipphals, die beide schon 10,20er Zeiten gelaufen sind und Ronald Stein, seit zehn Jahren hauptberuflich Trainer, sind die Anforderungen hoch. „Gerade sind wir im Aufbau und ich bin nach dem Athletik-Programm schon müde. Wir machen ganz verrückte Sachen und gerade Sven nimmt sich viel Zeit und schaut, dass ich die Übungen richtig ausführe.“ Übergangsweise ist der Sprinter im Wohnheim des Sportgymnasiums untergebracht und benötigt gerade einmal fünf Minuten zur Trainingsstätte oder zur Universität, wo er vergangene Woche sein Studium der Wirtschaftswissenschaften begonnen hat. Optimale Bedingungen also für acht Trainingseinheiten pro Woche. Für die kommende Saison hat sich Deniz Almas vorgenommen, stabil 10,4 Sekunden über die 100-Meter-Strecke zu laufen. „Dann bin ich mehr als zufrieden. Außerdem will ich meine Beugerprobleme und Wadenkrämpfe in den Griff bekommen.“ Auch mit der Sindelfinger Staffel hat Almas viel vor, er bleibt dem VfL Sindelfingen weiterhin treu und träumt von einer Top-Platzierung bei den deutschen Meisterschaften.

erstellt von Saskia Drechsel SZBZ