Der Erfolgsgarant und Motivator wird 70
  15.03.2014 •     Pressemitteilung

Das große Ziel, die Teilnahme an den Olympischen Spielen, erreichten gleich fünf seiner Athletinnen. Unzählige nationale Medaillen und einige internationale Podestplatzierungen gehen ebenfalls auf Werner Späths Trainerkonto. Er ist mit seiner Arbeit Erfolgsgarant für die Sindelfinger Sprinterinnen.

Wer nach dem Erfolgsgeheimnis des ehemaligen Sprint-Bundestrainers fragt, bekommt Antworten, die das Bild eines Menschen zeichnen, der in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit aufgegangen ist und für seine Schützlinge mehr war, als nur ein Trainer.

Elfgard Schittenhelm war Späths erste erfolgreiche Athletin überhaupt. Seine Trainerlaufbahn in der Leichtathletik begann er mit 21 Jahren in Holzgerlingen und Weil im Schönbuch. Dort entdeckte er das Talent Schittenhelm. ?Er hat erkannt, dass ich schnell bin und hat sich meiner speziell angenommen. Werner konnte wunderbar motivieren, unter ihm habe ich mich kontinuierlich gesteigert.?

Im Jahr 1971 holte Schittenhelm mit Bronze bei den Europameisterschaften über die 100 Meter ihre erste internationale Medaille. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München verletzte sie sich im Vorlauf mit der 4x100-Meter-Staffel und musste sich verletzt die Goldmedaille der Olympiastaffel entgehen lassen.

Die nächste Erfolgsgeschichte folgte nur wenige Jahre später. Als Jugendliche wechselte Heidi-Elke Hudak, bekannt unter ihrem Geburtsnamen Gaugel, zum VfL Sindelfingen, für den Werner Späth seit 1970 durchgehend als ehrenamtlicher Trainer arbeitet. Gemeinsam durchlitt das Duo in zwölf Jahren Höhen und Tiefen. ?Er hat immer versucht, sich in seine Athletinnen reinzufühlen. Wenn es mir nicht gut ging, hat er mir das am Gesicht angesehen, wenn der Erfolg nicht kam, hat er sich viele Gedanken gemacht, woran es liegen kann?, sagt Hudak, die es unter dem engagierten Sindelfinger zu den Olympischen Spielen in Los Angeles schaffte und Bronze mit der 4x400-Meter-Staffel gewann.

Nach großen Erfolgen als Vereinstrainer stieg Späth im Jahr 1987 zum Sprinttrainer des weiblichen deutschen Olympiakaders auf. Ein Jahr später in Seoul konnte er auch eine eigene Athletin betreuen.

Ulrike Sarvari absolvierte unter Werner Späth eine intensive Olympiavorbereitung. ?Wir haben viel Zeit zusammen verbracht. Besonders gerne erinnere ich mich an die Samstagvormittage im Böblinger Wald. Vorher sind wir in die Backstube von Werners Frau gefahren. Ich durfte mir etwas mitnehmen, nach den Hügelläufen fand ich den Geruch der frischen Brezeln aber grauenvoll?, erzählt die erfolgreiche Staffelläuferin.

?An Werner schätze ich, dass er ein bescheidener Mensch ist, immer positiv und motivierend. Außerdem zeigt er einen Wahnsinns-Einsatz.? Neben seiner zeitraubenden Traineraufgabe arbeitet der gelernte Elektromechaniker Späth als Kundendienstleiter bei HP und begann noch vor dem Morgengrauen zu arbeiten, um am Nachmittag für seine Athletinnen da zu sein.

Auch bei Birgit Hamann, erfolgreich unter dem Namen Wolf, ging das Konzept auf. Die Olympischen Spiele 1996 in Atlanta fanden mit der Sindelfinger Hürdensprinterin statt. Stephanie Schmider, ehemals Kampf, führte der Sindelfinger Erfolgstrainer ebenfalls zu mehreren internationalen Meisterschaften. Bei den Spielen in Athen verletzte sich die Sindelfingerin allerdings kurz vor ihrem Einsatz.

?Werner Späth ist einer der erfolgreichsten Leichtathletik-Trainer in Deutschland, seit Jahrzehnten hat er sich im Frauen-Sprint verdient gemacht und es ist umso bemerkenswerter, dass seine Erfolgsgeschichte bis heute anhält?, weiß auch der Sindelfinger Abteilungsleiter Markus Graßmann um die Verdienste seines Trainers, der dem Verein seit mehr als 40 Jahren die Treue hält. Vor neun Jahren wurde Späth sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Alles kein Grund für den Sindelfinger, sich nun auf seinen Erfolgen auszuruhen. Mit Nadine Hildebrand hat er auch in diesem Jahr eine Top-Athletin unter seinen Fittichen, die sich bis an die erweiterte Weltspitze vorgearbeitet hat.

Erst am vergangenen Wochenende schaffte sie es bei den Hallenweltmeisterschaften bis ins Finale und wurde Siebte. 2016 stehen in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro die nächsten Olympischen Spiele an und vielleicht gelingt Werner Späth dann der sechste Streich.

erstellt von szbz.de (Saskia Drechsel)