Das Projekt Europameisterschaft beginnt
  12.08.2014 •     Pressemitteilung

Nadine Hildebrand hat in diesem Jahr schon viel geleistet. Nach einer erfolgreichen Hallensaison über die 60-Meter-Hürden-Distanz, in der sie sich den deutschen Meistertitel in Leipzig sicherte und auf einen sehr guten siebten Platz bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Sopot stürmte, begann sie ihre Freiluftsaison ebenso rasant.

Nadine Hildebrand hat in diesem Jahr schon viel geleistet. Nach einer erfolgreichen Hallensaison über die 60-Meter-Hürden-Distanz, in der sie sich den deutschen Meistertitel in Leipzig sicherte und auf einen sehr guten siebten Platz bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Sopot stürmte, begann sie ihre Freiluftsaison ebenso rasant. Bereits bei den ersten Wettkämpfen wurden schnelle Zeiten gestoppt. Einen starken Einstieg feierte Hildebrand in Weinheim, bei ihrem ersten Saisonwettkampf blieb die Uhr bei 12,93 Sekunden stehen, die Norm für die Leichtathletik-Europameisterschaft hatte die Sindelfingerin schon im ersten Versuch geknackt. Als schnellste Deutsche reiste Hildebrand im Juni zu den Team-Europameisterschaften nach Braunschweig. Auch dort trumpfte sie auf, belegte im gut besetzten Feld den zweiten Platz und steigerte ihre Bestleistung auf 12,80 Sekunden. Viel Erfahrung in internationalen Feldern konnte die VfL-Athletin in dieser Saison auch schon sammeln. Gleich zu zwei Diamond-League-Meetings wurde sie eingeladen. In Paris und in Glasgow ging Hildebrand an den Start und zeigte jeweils solide Läufe in Zeiten um die 13 Sekunden. So schnell wie zu Beginn der Saison war die 26-Jährige aber nicht mehr unterwegs. Dass trotzdem Wettkampf und Training nach Plan liefen, zeigte sich spätestens in Ulm. Bei den deutschen Meisterschaften trumpfte Nadine Hildebrand erneut auf und zeigte der internationalen Konkurrenz, dass mit ihr zu rechnen ist. Schon im Vorlauf war die Hürdensprinterin so schnell wie noch nie unterwegs. In 12,76 Sekunden raste sie über die Hürden. Im Finale zeigte sich, wie stark die deutsche Spitze im Hürdensprint zurzeit aufgestellt ist. Zu fünft sprinteten die Führenden in Rekord-Zeit über die Hürden. Auch für Nadine Hildebrand war eine neue Bestzeit drin, mit der sie im Vorfeld der Saison noch nicht gerechnet hatte. „Klar wir hatten viel Rückenwind, aber der Wettkampf war toll, weil ich gesehen habe, dass ich mich auch bei starker Konkurrenz durchsetzen kann. Ich habe jetzt das Gefühl, dass ich es packe, wenn es drauf ankommt.“ Mit ihren 12,71 Sekunden hat sich die VfL-Athletin bis auf den dritten Platz in der europäischen Bestenliste vorgeschoben. Das heißt eigentlich, dass in Zürich eine Medaille in Reichweite ist. Eigentlich, denn Hildebrand weiß, wie viel in einem Hürdenlauf schief gehen kann, wie wenig eine gute Meldezeit im Rennen selbst weiterhilft. „Ich denke von Lauf zu Lauf, da sind zehn Hürden im Weg, es kann für jede schnell aus sein“, sagt die Hürdensprinterin. Deswegen steht ihr Ziel fest: In den Endlauf will sie es schaffen. „Das Finale ist Pflicht, aber dann ist zwischen Platz drei und Platz acht alles drin“, sagt Hildebrand. Und im Finale soll dann ein gutes Rennen her. „Ich will von vorne bis hinten sauber laufen, dann bin ich zufrieden.“ Nach den deutschen Meisterschaften in Ulm hat sich Hildebrand konzentriert auf das nächste Ziel vorbereitet. Viele Trainingseinheiten standen nicht mehr auf dem Programm. Schnelle Sprints, um Spannung und Spritzigkeit zu halten und in Form zu bleiben, absolvierte Hildebrand unter der Woche. Am Samstag ging der Zug nach Zürich. Und Nadine Hildebrand ist nun schon voller Vorfreude auf ihren Einsatz. „Ich habe richtig Lust. Von mir aus kann es losgehen, ich bin so weit“, sagt die Sindelfingerin. Heute ist es so weit. Dann stehen die Vorläufe (13.30 Uhr) an, und um 20.56 Uhr die beiden Halbfinalläufe über die 100-Meter-Hürden. Am morgigen Mittwoch findet der Endlauf statt, bei dem Nadine Hildebrand unbedingt mit von der Partie sein will. Denn dann werden sich auch viele Fans in Zürich einfinden. Der VfL Sindelfingen kommt mit 40 Anhängern zum Anfeuern. Auch Hildebrands Familie ist dabei, ebenso der Chef ihrer Anwaltskanzlei. Und natürlich ist Trainer Werner Späth vor Ort. Der reist zwar schon früher an, hat aber auch den mühseligsten Anfahrtsweg. Der 70-Jährige macht sich mit dem Rad auf den Weg nach Zürich. Eurosport berichtet heute von 10 bis 14 Uhr und von 17 bis 21.30 Uhr aus Zürich. Das ZDF ist von 10 bis 14 Uhr und von 18 bis 20.35 Uhr live beim ersten Tag der Leichtathletik-Europameisterschaft. Bei der deutschen Meisterschaft in Ulm holte sich Nadine Hildebrand (Zweite von rechts) souverän den Titel. In Zürich will sie auch international auftrumpfen. 

erstellt von Saskia Drechsel (SZ)