Carolina Krafzik ist die Königin von St. Wendel
  01.07.2019 •     Wettkampf Ergebnisse Pressemitteilung TOP-Nachricht

Am wohl heißesten Wochenende des Jahres ermittelten die Leichtathleten im saarländischen St. Wendel ihre Süddeutschen Meister. Die Sindelfingerin Carolina Krafzik stand zweimal ganz oben auf dem Siegertreppchen. Velten Schneider sicherte sich Gold und Bronze, und Constantin Preis durfte sich freuen, obwohl er gar nicht am Start war.
Carolina Krafzik holte die erste Goldmedaille für Sindelfingen in St. Wendel. Mit ihrer Zeit von 59,62 Sekunden über die 400 Meter Hürden war sie aber nicht zufrieden. Immerhin hat sie ihren Titel aus dem Vorjahr damit erfolgreich verteidigt.

Wegen Problemen an der Achillessehne trudelte Sabrina Lindenmayer im Vorlauf über die 100 Meter Hürden aus. Auch die Staffel musste Sabrina Lindenmayer anschließend sausen lassen. Für sie rückte Susanne Ernst ins Team. Sie war über die 4 x 100 Meter auch gleich die Startläuferin. Ihr folgten Carolina Krafzik, Kristina Stern und Lea Creuzberger. Das VfL-Quartett lief in 46,80 Sekunden zur Goldmedaille.

Velten Schneider wurde von Trainer Harald Olbrich erst kurzfristig für die süddeutsche Meisterschaft nominiert. Doch das tat der Leistung keinen Abbruch. Am Samstag gewann er über die 1500 Meter in 3:55,90 Minuten die Bronzemedaille, und am gestrigen Sonntag krönte er sich über die 800 Meter in 1:54,94 Minuten zum Süddeutschen Meister.

Vizemeister über die 110 Meter Hürden wurde Niklas Rippon in 14,66 Sekunden. Trainer Peter Wiesner: „Im Vorlauf war Niklas noch schneller. Da ist er eine seiner besten Zeiten überhaupt gelaufen.“

Als Tobias Dahm gestern Nachmittag den Kugelstoß-Ring in St. Wendel betrat, herrschten dort Temperaturen um die 50 Grad Celsius. Dennoch gelang dem Sindelfinger eine gute Serie. Der weiteste Stoß von 19,43 Metern reichte für den zweiten Platz. „Leider hat bei Tobias der Ausreißer nach oben gefehlt“, sagt Peter Wiesner.

„Wenn er 7 Meter weit springt, gewinnt er eine Medaille“, sagte Barbara Erath, Geschäftsführerin der Sindelfinger Leichtathletikabteilung im Vorfeld der süddeutschen Meisterschaft über Stefan Nagel. Der hielt sich bis auf einen Zentimeter an die Vorgabe. 6,99 Meter reichten Stefan Nagel für den dritten Platz.

Speerwerferin Nina Nawroth wurde mit 41,80 Metern unglückliche Vierte. Auch Yannik Frers verpasste über die 400 Meter Hürden knapp das Podest. Mit 54,19 Sekunden blieb der Sindelfinger aber deutlich über der Qualifikationsnorm für die deutschen Meisterschaften von 53,00 Sekunden. Yannic Krings lief die 100 Meter in der persönlichen Bestzeit von 10,82 Sekunden. Das reichte für Platz sechs. Kristina Stern wurde über die 100 Meter in 12,13 Sekunden Siebte bei den Frauen. Die Sindelfinger Sprint-Staffel der Männer, in der Besetzung Yannic Krings, Luis Haidt, Maximilan Dillitzer und Niklas Rippon lief in 42,22 Sekunden auf den sechsten Platz.

Volzer so schnell wie nie

Der Sindelfinger Hürdensprinter Stefan Volzer startete am Wochenende bei der DLV-Juniorengala in Mannheim und überzeugte auf der ganzen Linie.

In einem hochklassigen Finale überwand der Brite Joshua Zeller die Hürden in 13,26 Sekunden als Schnellster. Damit setzte er sich an die Spitze der europäischen Bestenliste. Dicht gefolgt von Enrique Llopis (Spanien; 13,34 Sekunden). Dritter wurde Stefan Volzer in 13,55 Sekunden.

Der Sindelfinger hatte zuvor im Vorlauf eine neue Bestzeit von 13,49 Sekunden auf die Bahn gezaubert. „Runder war der Vorlauf, in dem ich besser reingekommen bin. Im Finale hatte ich gleich an der zweiten, dritten Hürde einen kleinen Fehler drin. In dem Moment sind mir die Jungs vorn ein bisschen weggelaufen“, sagte der 18-jährige Sindelfinger nach dem Rennen in Mannheim.

Constantin Preis, der nach den vielen Wettkämpfen der vergangenen Wochen auf einen Start in Mannheim und St. Wendel verzichtete, darf sich dennoch doppelt freuen.

Er wurde vom Deutschen Leichtathletik Verband für die U23-Europameisterschaft in Gävle nominiert. Preis ist für die Wettkämpfe vom 11. bis zum 14. Juli über 400 Meter Hürden und in der 4 x 400-Meter- Staffel nominiert worden.

In der schwedischen Stadt rund 180 Kilometer nördlich der Hauptstadt Stockholm dürfte es Mitte Juli deutlich kühler sein als an diesem schweißtreibenden Wochenende im saarländischen St. Wendel und kurpfälzischen Mannheim.

erstellt von Philipp Hamann, SZBZ vom 01.07.19