Böttinger-Brüder in Rekordlaune
  18.08.2013 •     Pressemitteilung

Da bei vielen Leichtathletikveranstaltungen Hammerwerfen nicht mehr angeboten wird, starten die meisten Hammerwerfer auch beim Rasenkraftsport (RKS). Hier kommen beim Dreikampf mit dem Steinstoßen und Gewichtwerfen zwei weitere Disziplinen hinzu. Die Leistungen in den einzelnen Disziplinen werden für den Dreikampf in Punkte umgerechnet. 1000 Punkte erhält man für 64 m mit dem Hammer, 25 m mit dem Gewicht und 12 m mit dem Stein. Neben den Altersklassen wird im RKS zusätzlich in Gewichtsklassen eingeteilt, beispielsweise gibt es bei der männlichen A-Jugend 4 Gewichtsklassen (bis 65 kg, bis 75 kg, bis 85 kg und über 85 kg). Bei gleich guter Technik wirft ein 90 kg schwerer Sportler meist deutlich weiter als ein Konkurrent mit 70 kg Körpergewicht. Dies wird versucht über die Gewichtsklassen auszugleichen.

Bereits am 10. Juli startete Jens Böttinger im Rahmen des Hammerwirbels erstmals wieder in der Gewichtsklasse bis 65 kg bei der A-Jugend nachdem er krankheitsbedingt einige Kilos verloren hatte. Drei der vier gültigen Versuche lagen über der alten Deutschen Bestmarke von 52,57 m. Bei 54,43 m landete sein weitester Versuch und ist nun der aktuelle Deutschen Rekord für den Rasenkraftsportverband im Leichtgewicht. In der Rekordliste der beiden höchsten Gewichtsklassen steht hier mit Markus Esser der einzige deutsche Hammerwurfteilnehmer der  laufenden Weltmeisterschaften in Moskau. Jens verzichtete auf eine Teilnahme bei den Deutschen Jugendmeisterschaften um sich intensiv auf die am 20. Juli stattfindenden Internationalen Deutschen Meisterschaften der Aktiven in Leichlingen bei Düsseldorf vorzubereiten. Es war dies gleichzeitig der einzige Qualifikationswettkampf für die am 31. August in Frankreich stattfindenden Europameisterschaften im Rasenkraftsport. Teilnehmer dieser Meisterschaften waren auch alle Tophammerwerfer Deutschlands, wie Markus Esser oder Alexander Ziegler. Bei der DM belegte er als Jüngster in der Klasse bis 71 kg den undankbaren 4. Platz im Dreikampf und verpasste so die direkte Qualifikation zur EM. Am vergangenen Wochenende kam nun doch noch die erhoffte Startberechtigung für die Europameisterschaften, die für ihn der diesjährige Saisonhöhepunkt werden sollen. Die dann am 20./21. September stattfindenden Nachwuchsmeisterschaften in Erfurt werden einer seiner letzten Wettkämpfe als A-Jugendlicher sein.

Im Sog des großen Bruders steigerte sich auch der 13jährige Bruder Lars. Beim Werferabend des ASV Ludwigsburg-Oßweil am 26. Juli startete er im RKS-Dreikampf bei den B-Schülern über 50 kg. Bereits die erste Disziplin zeigte wo es an diesem Abend lang gehen sollte. Im Steinstoßen pulverisierte er den12 Jahre alten Württembergischen Rekord und legte mit 14,03 Metern die Latte sehr hoch. Jeder einzelne seiner 4 Versuche lag klar über dem alten Rekord von 13,02 m. Nachdem er seit Wochen stets um die 50 Meter mit dem 3 kg schweren Hammer geworfen hatte, begann er gleich mit einer neuen Bestleistung von 50,04 m mit dem Hammer. Leider folgten dann 2 ungültige Versuche. Zum letzten Versuch gab es auf seine Frage „Vier Drehungen?“  an seine Trainer Uli Müller und Michael Beißwanger nur ein kurzes “Ja“ als Antwort. Er sollte beim letzten Versuch erstmals in einem Wettkampf mit 4 Drehungen werfen, was er bisher nur einmal im Training versucht hatte. Der Hammer flog deutlich weiter und landete schließlich bei 53,73 Metern. Auch dies bedeutete neuen Württembergischen Rekord für den Rasenkraftsport, aber zusätzlich Württembergische Bestleistung in der Leichtathletik für die Altersklasse M13. Der alte Rekord von Andreas Keller aus dem Jahr 2001 stand bei 51,27 m. In der abschließenden  Disziplin erreichte er mit 26,85 m im Gewichtwerfen nochmals eine persönliche Bestleitung. Als Bilanz kamen in der sogenannten Königsdisziplin, dem Dreikampf, nun 3082 Punkte heraus, womit er sich ebenfalls den Württembergischen Dreikampfrekord sicherte. Mit diesen Leistungen ist er mit großem Abstand zur Zeit bester B-Schüler Deutschlands im Rasenkraftsport. Auch im Hammerwerfen bei der Leichtathletik ist er jetzt klar in Front gegangen und liegt über 3 Meter vor dem Nächstbesten. Bereits im vergangenen Jahr war er Bester seines Jahrganges im Hammerwerfen gewesen.