Beim VfL kochen die Emotionen hoch
  14.04.2014 •     Pressemitteilung

Denn nach dem bisher erfolgreichsten Jahr in der Geschichte der Abteilung, fürchten der Vorstand und die übrigen Mitglieder nun um ihre wertvollste Ressource: ein Leichtathletik-Stadion, in dem trainiert werden kann, das aber auch dafür taugt, Wettkämpfe durchzuführen.

Der VfL Sindelfingen konnte in den letzten Jahren mit zahlreichen Top-Athleten auftrumpfen. Auch Jahr 2013 feierte die Abteilung große Erfolge, gerade Nadine Hildebrand sorgte für Feierlaune.

Die Jugend bereitet mit ihrem dritten Platz beim DJMM-Finale in Rhede viel Freude. Die Aussichten für die kommende Sommersaison sind ebenfalls vielversprechend.

Bei den deutschen Hallenmeisterschaften konnten gleich drei Medaillen gewonnen werden. Kugelstoßer Tobias Dahm hat sich an die deutsche Spitze vorgearbeitet und könnte ein Kandidat für die Europameisterschaften in Zürich sein.

Ebenso Nadine Hildebrand, die schon in der Hallensaison das Weltmeisterschaftsfinale im Hürdenlauf erreichte. Außerdem ist mit den Nachwuchskräften zu rechnen. Stabhochspringer Florian Gaul entwickelt sich kontinuierlich weiter, auch auf Michael Salzer darf man gespannt sein.

Nun ist beim VfL Sindelfingen die Sorge groß, dass das Stadion zur Erfolgsbremse wird. „Wir sorgen uns, dass das, was neu entstehen soll für einen Trainings- und Wettkampfbetrieb nicht geeignet sein wird“, sagt der Abteilungsleiter Markus Graßmann und spricht von einer Bedrohungssituation für seine Leichtathleten. „Wir müssen Angst haben, dass wir unsere wichtigste Ressource nicht mehr haben.“

Die Liste der Kritikpunkte ist lang, denn noch vor drei Jahren stimmte die Leichtathletikabteilung des VfL Sindelfingen dem Kompromiss das Floschenstadion abzureißen und ins Allmendstadion umzuziehen nur unter einer Voraussetzung zu: „Wir wollten eine Eins-zu-Eins-Umsetzung“, sagt Graßmann. „Jetzt sind wir aber in Sorge, dass wir nicht das bekommen, was verabredet war.“

Die geplante Tribüne im Allmendstadion soll 400 Plätze haben. „Gerade haben wir im Floschenstadion 800. Mit 400 Plätzen können wir nicht einmal Landesmeisterschaften austragen. Wir müssten uns dann von Freiluftveranstaltungen verabschieden“, erklärt der Abteilungsleiter.

Auch der angedachte Kraftraum ist deutlich zu klein geplant. Nur noch 50 Quadratmeter sollen künftig zur Verfügung stehen. „Mit so einem Kraftraum kann man keinen Leistungssport betreiben“, ruft Krafttrainer Helmut Valentin, der bereits jetzt im 105 Quadratmeter großen Kraftraum im Schichtbetrieb arbeiten muss, um ein Training zu ermöglichen.

„Ich verstehe nicht, warum so kleinkariert geplant wird. Wir können kein Stadion beziehen, das zu klein ist. Es muss 50 Jahre halten“, sagt auch Markus Graßmann. Gespräche zur Namensgebung des neuen Stadions vermisst Markus Graßmann völlig. „Das steht bei der Stadt gar nicht mehr auf der Agenda.“

Auch das Betreiberkonzept wird heftig kritisiert, nach dem Stand der VfL-Abteilungsleitung dürfen derzeit nicht einmal Topathleten wie Nadine Hildebrand an Vormittagen die neue Bahn im Allmendstadion nutzen.

„Wir wollen ein gemeinsames Betreibermodell, um beide Städte zusammenzuschweißen. Es kann nicht sein, dass eine Topathletin dort nicht rein darf“, sagt auch Horst Thome vom Vorstand des Hauptvereins.

Gerade von der Stadt vermisst man beim VfL Sindelfingen ein Gesamtkonzept, das für Klarheit sorgen soll. „Das Allmend ist nicht nur das Maichinger Stadion. Es ist nun das Stadion der Sindelfinger Leichtathleten und der Maichinger Fußballer“, sagt Thome.

Horst Thome, Anna Wiesner, Deniz Almas, Hans-Jürgen Burgstahler und Markus Graßmann (von links). Bild: Drechsel

erstellt von szbz.de (sd)