„Bei Nadine passt alles zusammen“
  31.07.2014 •     Pressemitteilung

Vier Medaillen und sieben weitere Platzierungen unter den besten zehn – die Sindelfinger Leichtathleten haben bei der deutschen Meisterschaft in Ulm groß aufgetrumpft. Sehr zur Freude von Abteilungsleiter Markus Graßmann: „Wir können rundum zufrieden sein.“

Die SZ/BZ sprach mit dem Chef der VfL-Leichtathleten über die Erfolgssträhne von Hürdensprinterin Nadine Hildebrand und den Sieg des behinderten Weitspringers Markus Rehm.

Wie oft haben Sie sich schon zur Verpflichtung von Nadine Hildebrand gratuliert?

Markus Graßmann: „Täglich. Ihr Wechsel zu uns vor zwei Jahren war der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt. Hier passt alles zusammen, vor allem durch die erfahrenen Trainer Werner Späth und Helmut Valentin. Nadine Hildebrand und der VfL Sindelfingen sind eine einzige Erfolgsgeschichte.“

Was ist für die Deutsche Meisterin Nadine Hildebrand bei der Europameisterschaft in Zürich drin?

Markus Graßmann: „Schon bei den Titelkämpfen in Ulm am vergangenen Wochenende hat Nadine Hildebrand gesagt, dass sie bei der Europameisterschaft den Endlauf erreichen will. Dem ist auch nichts hinzuzufügen.“

Kugelstoßer Tobias Dahm ist dagegen in Zürich nicht dabei. Wie groß ist Ihre Enttäuschung darüber?

Markus Graßmann: „Hätte er in Ulm die 20-Meter-Marke geknackt, wäre er in Zürich dabei gewesen. Das hatte ihm der Bundestrainer im Vorfeld fest zugesagt. Tobias Dahm ist mit seinen 27 Jahren im besten Kugelstoß-Alter. Die 20 Meter werden bald fallen.“

Der Kugelstoß-Wettbewerb wurde in Ulm nicht im Donaustadion, sondern auf dem Münsterplatz ausgetragen. Wie hat Ihnen das gefallen?

Markus Graßmann: „Das war ein grandioser Wettkampf. Die Leichtathletik hat, vor der Kulisse des höchsten Kirchturms der Welt, einen großen Schritt zu den Menschen gemacht. Ich bin aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen.“

Was sagen Sie zur Goldmedaille des unterschenkelamputierten Weitspringers Markus Rehm und dessen Nichtnominierung zur EM?

Markus Graßmann: „Der Deutsche Leichtathletik Verband hat mit der Starterlaubnis zunächst richtig reagiert. Genauso richtig war es, die Sache biochemisch zu prüfen. Da nach dieser Untersuchung offenbar Zweifel an einem fairen Wettkampf bestanden, ist es nur konsequent, ihn nicht für die EM zu nominieren.“

Neben dem Sieg von Nadine Hildebrand und dem dritten Platz von Tobias Dahm gab es noch zwei weitere Medaillen für den VfL. Hat Sie das überrascht?

Das wollte ich erst gar nicht glauben

Markus Graßmann: „Martina Schultze hat trotz Jetlag das Maximum aus sich herausgeholt und wurde mit Platz drei belohnt. Dass die 4x100-Meter-Staffel der Frauen auch ohne Nadine Hildebrand die Bronzemedaille gewinnt, wollte ich erst gar nicht glauben. Aber auch die anderen beiden Staffeln haben ihre Aufgabe in Ulm sehr gut gemacht.“

Dabei musste der VfL in Ulm auf einige Leistungsträger verzichten. Wäre das Ergebnis mit ihnen noch besser ausgefallen?

Markus Graßmann: „Natürlich hätten auch Joana Kraft, Artur Hoppe, Michael Salzer und Fabian Schultze vorne mitmischen können. Dennoch können wir rundum zufrieden sein.“

Das trifft auf die Sportstätten-Planung in Sindelfingen aber wohl nicht zu?

Markus Graßmann: „Unsere Zukunftsaussichten würden sicher noch rosiger aussehen, wenn wir vernünftige Trainingsmöglichkeiten hätten. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir die nächsten Schritte in dieser Angelegenheit mit der Stadtverwaltung gehen werden.“

erstellt von szbz.de (ph)