Aufhören kam für mich nie in Frage
  17.04.2014 •     Pressemitteilung

Matthias Uhrig zählt zu den besten Dreispringern Deutschlands. Der 25-Jährige hat schon einige Starts im Nationaltrikot hinter sich, bei deutschen Meisterschaften war er in den letzten Jahren immer wieder erfolgreich und konnte Medaillen gewinnen. Seine letzte gute Saison erlebte er aber im Sommer vor drei Jahren.

Damals gewann er den deutschen Vizemeistertitel und fuhr zur Studenten-Olympiade nach Shenzen. Seitdem laboriert der Dreispringer des VfL Sindelfingen an einer hartnäckigen Verletzung an der Patellasehne im rechten Knie. Immer wieder arbeitete sich Uhrig heran, machte sich fit für die Wettkampfsaison, immer wieder wurde er zurückgeworfen. Im Sommer entschloss sich der Leichtathlet dann zu einer Operation, um den ständigen Schmerzen ein Ende zu bereiten. Die SZ/BZ sprach mit dem Athleten über die lange Regenerationsphase und die weiteren Ziele.

Was macht Ihre Verletzung so langwierig?

Matthias Uhrig: „„Beeinträchtigt hat mich die Verletzung in den letzten beiden Jahren massiv im Training, nur im Wettkampf ging es einigermaßen, weil ich da voller Adrenalin war. Die Sehne hat schon seit zwei Jahren Probleme gemacht. Leider wurde das nicht erkannt, obwohl ich vor der Verletzung immer in ärztlicher Behandlung gewesen bin. Irgendwann war es zu viel und ein chronischer Riss hat sich immer weiter verschlimmert. Letztendlich war ein Drittel der Sehne tot und ich hatte Glück, dass sie nicht gerissen ist.“

Die Operation im vergangenen August war für einen Leistungssportler ein schwerer Eingriff. Wie läuft die Heilung?

Matthias Uhrig: „Die Operation verlief gut, allerdings war der Schaden größer als anfangs angenommen. Inzwischen kann ich wieder normal trainieren, auch wenn sich das Knie noch hin und wieder bemerkbar macht. So fit, wie zu meiner besten Zeiten, bin ich natürlich noch lange nicht. Der Übergang in die Maximalbelastung beim Sprung ist immer noch schwierig. Das ist aber auch kein Wunder. Nach so einer OP ist die Heilungsphase 360 bis 500 Tage lang.“

Wie sieht Ihr Training momentan aus?

Matthias Uhrig: „Der Schwerpunkt liegt momentan im Kraft- und im Sprintbereich. Im Trainingslager liegt der Schwerpunkt immer noch auf der Rehabilitation. Und ich will so viele Sprünge machen, wie das Knie eben hergibt.“

Wann wollen Sie wieder ins Wettkampfgeschehen eingreifen?

Matthias Uhrig: „Mein Ziel ist eine Teilnahme bei den deutschen Meisterschaften in Ulm. Ich will dort starten und meinem persönlichen Anspruch gerecht werden. Weiten kann ich nur sehr schwer einschätzen Die Sprint- und Kraftwerte stimmen zwar schon einigermaßen. Im Sprung fehlt mir aber noch Einiges.“

Haben Sie während Ihrer langen Leidenszeiten mal ans Aufhören gedacht?

Matthias Uhrig: „Das kam für mich nie in Frage. Es ist nicht der erste Rückschlag und es ist viel zu einfach aufzugeben. Mit einer Verletzung aufzuhören ist eben arm.“

Info

Mehr zu den Vfl-Leichtathleten gibt es unter www.sifi-athletik.de im Internet.

erstellt von szbz.de (sd)