3 Stunden Stabhochsprung vom Feinsten
  08.09.2014 •     Pressemitteilung

Am Ende war es gestern Abend im Sindelfinger Freibad für die ganz großen Höhenflüge zu kalt. Doch bei jedem Auftritt von Piotr Lisek sah man dem Polen an, dass der weltweit drittbeste Stabhochspringer in dieser Saison mehr drauf hat als die 5,40 Meter, mit denen er in Sindelfingen das Meeting der Sparkassenorganisation gewann.

Fünf Wettkämpfe hat der 22-jährige Sportstudent in dieser Woche bestritten. „In zehn Jahren“, sagt er. „kann ich das auch nicht mehr.“ Dass so eine Serie am Ende der Saison an die Substanz geht, spürt er jetzt schon. Der Oberschenkel ist bandagiert, das Knie schmerzt.

„Ein kleiner Wettkampf noch. Daheim in Polen, dann ist die Saison vorbei.“ Piotr Lisek atmet tief durch. Urlaub? „Nein“, sagt der Athlet, „ich muss in Kur. Das Knie muss wieder richtig gesund werden, sonst riskiere ich die nächste Saison.“ Und das Studium? Er wolle schon Sportlehrer werden, sagt er. Aber das Studium habe den Vorteil, dass er es nach dem Stabhochsprung richten könne.

Bei 5,20 Meter ist er in Sindelfingen in den Wettkampf eingestiegen und hat die Höhe im ersten Versuch gemeistert. Die 5,40 Meter ebenso. An den 5,50 Metern scheitert er dreimal. „Durch die Kälte sind meine Schritte kürzer geworden. Da hat der Absprung nicht mehr gestimmt.“ Die Höhe reicht nicht nur für den Sieg in Sindelfingen, sondern auch für Platz eins in der Edag-Gesamtwertung, nachdem er am Samstag das Meeting in Geislingen mit 5,65 Metern gewonnen hat.

 

 

Mit 5,30 Metern wird in Sindelfingen Daniel Clemens (Zweibrücken) Zweiter vor dem in der Schweiz lebenden Amerikaner Mitch Greeley, Marvin Caspari und den beiden fünftplatzierten Hendrik Gruber und Jonas Efferoth (alle Bayer Leverkusen).

Der Sindelfinger Florian Gaul teilt sich mit Lamin Krubally (Landau) mit übersprungenen 5,20 Metern Platz sieben. „Wenn ich die ganze Saison sehe, kann ich mit der Höhe zufrieden sein“, bilanziert Florian Gaul, „wenn ich nur den Wettkampf heute abend nehme, dann nicht.“

Nachdem er im letzten Winter in der Halle Deutscher Vizemeister geworden war und 5,50 Meter übersprungen hatte, habe er im Sommer zu viel gewollt. Die Motivation ein bisschen abzukühlen, hätte ihm wohl gut getan. Das holt er gestern Abend nach. Nachdem er an 5,30 Meter gescheitert ist, springt er ins Wasser. Dafür sei es nicht zu kalt gewesen.

Piotr Lisek machte seinen ersten Sprung gestern Abend vor der untergehenden Sonne. Als sein Sieg beim Sindelfinger Stabhochsprungmeeting über zwei Stunden später feststeht, ist es längst dunkel geworden. Die Kälte verhinderte Sprünge über 5,50 Meter.

Sicher über 5,20 Meter: Florian Gaul vom VfL Sindelfingen. Bilder: Photo und Jochen Riegg aus der SZBZ Bildergalerie.

erstellt von SZBZ (Reichert)