20-Meter-Marke soll 2016 fallen
  13.12.2015 •     Pressemitteilung

Leichtathletik: Der Sindelfinger Kugelstoßer Tobias Dahm hofft auf Rio

2016 soll es endlich klappen, mit dem großen Ziel, das Tobias Dahm schon seit Jahren verfolgt. Der 28-Jährige Kugelstoßer des VfL Sindelfingen biss sich bislang die Zähne an der 20-Meter-Marke aus, nach Umstellungen der Stoßtechnik ist Tobias Dahm nun optimistisch und hofft außerdem auf einen internationalen Einsatz.

 

Vier Stunden Training und das beinahe jeden Tag, davor der Arbeitsalltag in einem Vollzeit-Job in der Pkw-Entwicklung. Tobias Dahm ist einer der wenigen deutschen Spitzenathleten, die Sport und einen arbeitsreichen Beruf unter einen Hut bekommen. Und als deutschen Spitzenathleten darf sich Tobias Dahm nicht zuletzt nach der vergangenen Saison bezeichnen.

Unter dem Hallendach stellte er mit 19,97 Metern eine neue Hallen-Bestleistung auf. Für die Hallen-Europameisterschaften in Prag qualifizierte er sich schon in einem seiner ersten Wettkämpfe. Es folgte als weiterer Höhepunkt der Gewinn des deutschen Vizemeistertitels bei den Hallenmeisterschaften in Karlsruhe.

Auch in der tschechischen Hauptstadt wusste Dahm zu überzeugen. Mit einer neuen Bestleistung von 19,97 Metern stieß er sich in einer Zitterpartie ins Finale der besten acht Stoßer Europas. Dort bestätige er dann seine konstante Form und wurde Achter.

Auch in der Freiluftsaison fing Tobias Dahm gut an und stieß Wettkampf für Wettkampf weiter. Bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg wurde Dahm erneut Vizemeister.

„Der Schnitt meiner zehn besten Stöße ist so hoch wie noch nie und liegt bei 19,88 Metern. Das zeigt meine große Konstanz. Das Problem: Ich hatte keinen Ausreißer nach oben“, sagt Tobias Dahm. Und so ging auch die erfolgreichste Saison in Dahms Kugelstoßkarriere zu Ende, ohne dass die 20-Meter-Marke gefallen wäre.

„Die letzte Saison hat eigentlich ganz gut angefangen. Auch national habe ich mit zwei Silbermedaillen das Maximale rausgeholt. Aber nach all den Stößen knapp unter der 20-Meter-Marke war auch viel Frust dabei“, sagt Dahm.

Doch das hat dem Kugelstoßer zusätzliche Motivation für die kommende Saison mitgegeben. „Der Anreiz ist da, an mir zu arbeiten, es gibt immer etwas zu verbessern. Wenn man komplett zufrieden ist, muss man aufhören.“

Der Sindelfinger hat begonnen an seiner Technik zu feilen und versucht mehrmals pro Woche die verschiedenen Bausteine zu einem guten Stoß zusammenzufügen. „Mein Problem war, dass ich zu früh angefangen habe zu stoßen.“

Deswegen will Dahm vor allem schneller in den Beinen und leichter werden. „Und natürlich den Stoß später gestalten, damit ich einen längeren Beschleunigungsweg habe“, so der Leichtathlet. Noch funktioniert nicht alles zusammen. „Aber wenn das klappt, dann müsste ich 20 Meter stoßen“.

Und ein Stoß über diese Marke ist auch für 2016 Dahms erklärtes Ziel. Zurzeit läuft das Training gut, keine größeren Beschwerden bremsen den Kugelstoßer aus, wie es in den letzten Jahren der Fall war. Entsprechend sind Hallenwettkämpfe geplant. Bei den deutschen Hallenmeisterschaften hat Dahm sogar Chancen auf den Titel, sollte, wie angekündigt, David Storl auf eine Hallensaison verzichten. Der Fokus liegt allerdings auf der Sommersaison.

„Mein großes Ziel sind die Europameisterschaften in Amsterdam. Die Norm des Weltverbandes ist 19,75 Meter, die deutsche Norm kenne ich noch nicht“, sagt Dahm. Die Olympischen Spiele in Rio die Janeiro hat der Athlet des VfL Sindelfingen zwar im Hinterkopf, er weiß aber auch, dass die Olympia-Norm weit über 20 Meter betragen kann und auf jeden Fall ein hartes Stück Arbeit wird. Doch damit kennt sich Tobias Dahm ja aus.

erstellt von szbz.de (sd)